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Sehr geehrter Hr. Potocnik, wir hatten da ein paar Fragen ...

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Schon in der Vergangenheit (beispielsweise Präsidentschaft Peter-Michael Reichel, Stadionbau in Ried) hat sich seit1908.at immer wieder investigativ mit Themen, die uns LASK-Fans bewegen, auseinandergesetzt. Aufgrund der vielen Fake News, welche rund umdas Stadionprojekt in Pichling kursieren, war es uns ein Anliegen, uns journalistisch und faktenbasiert mit dieser Angelegenheit auseinanderzusetzen.
Im Zuge unserer Recherchen haben wir uns auch ausführlich mit Gemeinderat Lorenz Potocnik, welcher selbst via Medien öffentlich als größter Stadionkritiker auftritt, auseinandergesetzt und ihm ein paar Fragen gestellt. Getreu unserem Stil haben wir dabei sehr pointierte, mitunter kritisch-investigative Fragen gestellt. Nie ging es uns dabei jedoch darum, jemanden zu beleidigen. Genau wie unsere Leserschaft ist auch unsere Redaktion ausschließlich an Fakten interessiert. Diese können wir allesamt mit Quellen belegen (diese werden unter dem Fragenkatalog angeführt).
 
Wir haben unsere Fragen im Dezember 2018 an Hr. Potocnik geschickt und knapp 2 Wochen später ein paar Antworten erhalten. Leider wurden nur sehr wenige unserer Fragen beantwortet. Warum dies so war, legt Hr. Potocnik in seiner Einleitung dar. Hierzu möchten wir noch klarstellen. Es ist durchaus korrekt, dass auf unserer Facebookseite kein vollständiges Impressum angeführt war. Allerdings war ein Link zu unserer Homepage angegeben, auf der ein vollständiges Impressum zu lesen ist. Wir haben Hr. Potocnik am 14.1. noch einmal gebeten, die restlichen Fragen zu beantworten, leider ohne Erfolg. 
 
Zum besseren Verständnis sind die Antworten von Hr. Potocnik in rot gehalten. Unsere Antworten, die wir im Team recherchieren konnten, in blau. Bildet euch eure eigene Meinung. 
 
Sehr geehrter Herr Gemeinderat Potocnik!
 
Da Sie selbst immer für Transparenz eintreten und diese mitunter vehement einfordern, erlauben wir uns, Ihnen nachstehende Fragen zu stellen. Wir würden Sie daher höflich um Beantwortung derselben bitten
 
Lorenz Potocnik:
 
Eingangs halte ich fest:
 
1_dass ein Großteil der Fragen mit dem Stadionstandort in Pichling und einer diesbezüglichen Volksbefragung nichts zu tun haben. Ich erkenne daher keinen Sinn, auf diese einzugehen. Ich erinnere: Es geht in erster Linie um eine wichtige und zukunftsfähige STANDORT-, aber KEINE Stadiondiskussion. Bitte das nicht vermischen.
 
2_dass in vielen “Fragen” ein gehässiger Unterton mitschwingt, diese Fragen (zu) oft suggestiv (Frage 22 sogar Fake News) sind und leicht erkennbar dazu dienen sollen mich persönlich zu diskreditieren. Der Fragenkatalog geht meines Erachtens weit über ein vernünftiges Maß an Anstand und Objektivität., auf derartige Fragen gehe ich daher nicht ein.
 
3_Einige diese Fragen endlich öffentlich debattiert gehören, in Form von runden Tischen in den Medien, Podiumsdiskussionen oder ähnliches. Warum diese öffentliche Diskussion von den Projektbetreibern, die ja schließlich etwas wollen, so tunlichst vermieden wird, kann ich mir nicht erklären.
 
4_Die fb-Seite “seit1908” hat erst seit ein paar Tagen ein Impressum. Ein persönlicher Ansprechpartner wurde mir bis heute (auch im letzten Mail vom 10.1. 9:20) nicht genannt. Trotz mehrmaliger Nachfrage per Mail ist offenbar niemand bereit für die Fragen persönlich einzustehen. Ein “Redaktionsteam” wird als Autorenschaft genannt, Telefonnummer oder Adresse gibt es keine. Das ist aus meiner Sicht nicht nur unprofessionell, sondern auch sehr schlechter Stil, insbesondere in Anbetracht der Größe und weitreichenden Konsequenzen, die das Projekt eines Stadions im Naherholungsgebiet Pichlinger See hat. Der gleichnamige Verein hat ein Impressum: http://www.seit1908.at/impressum
Bitte veröffentlichen Sie dieses Eingangsstatement mit den folgenden Antworten.
 
 
1. Sie bezeichnen sich immer wieder als „Stadtentwickler“ oder „Stadtplaner“. Ist dies in Österreich ein offiziell anerkanntes Berufsbild?
 
Herr Potocnik bezeichnet sich als „Stadtplaner“ oder „Stadtentwickler“ und tritt immer wieder medial gegen Bauprojekte (bspw. Wohnprojekt am Freinberg, Verlegung des XXXLutz, Einkaufszentrum Schillerpark, Tiefgaragenprojekt Andreas-Hofer-Platz) auf. Damit wird eine gewisse Kompetenz suggeriert. Wir wollten daher erfahren, ob diese öffentlich suggerierte Kompetenz auch mit einem entsprechenden Berufsbild korrespondiert. Unsere aufgrund nicht erfolgter Beantwortung dieser Fragestellung angestrengten Recherchen bei der Ziviltechnikerkammer haben ergeben, dass es die Berufe „Stadtentwickler“ und „Stadtplaner“ schlicht und einfach nicht gibt.
 
2. Waren Sie jemals als Architekt selbständig tätig?
 
Auch bezeichnet sich Herr Potocnik immer wieder als Architekt. So auch in der öffentlich jederzeit abrufbaren Radiosendung „Legendär on Air“[1 -- Quellen sind unter Text verlinkt] sowie auch auf seiner privaten Facebookseite.
  • pot4
Wir wollten daher überprüfen, ob sich Herr Potocnik zurecht als Architekt bezeichnet. Da wir hier keine Antwort bekommen haben, haben wir im Gesetz nachgesehen.
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Quelle: www.ris.bka.gv.at, Ziviltechnikergesetz 1993 (Auszug), Fassung vom 08.02.2019
 
§ 1 Ziviltechnikergesetz unterteilt Ziviltechniker in Architekten und Ingenieurkonsulenten. Die konkrete fachliche Befähigung ist durch die Absolvierung eines entsprechenden Studiums, der praktischen Betätigung und (taxative Aufzählung!) der erfolgreichen Ablegung der Ziviltechnikerprüfung nachzuweisen. Herr Potocnik hat diese Prüfung bekanntlich nie absolviert. Obwohl § 38 diese Berufsbezeichnung unter Schutz stellt und § 39 diesbezüglich sogar Strafbestimmungen enthält, bezeichnet sich Herr Potocnik als Architekt. Ein etwaiger Graubereich ist hier nicht zu erkennen
 
3. Sofern Sie bereits als selbständiger Architekt tätig waren: Welche Projekte haben Sie alleinverantwortlich durchgeführt?
 
Die Antwort auf diese Frage sowie unsere Intention, selbige zu stellen, ergeben sich aus den Ausführungen zu 2. Herr Potocnik war mangels Absolvierung der Ziviltechnikerprüfung de facto nie als Architekt tätig
 
4. Sind Sie Mitglied der Architektenkammer?
 
Auch diese Fragestellung ist als Detailfrage zum Architektenbegriff zu verstehen. Die Tätigkeit als Architekt bedingt eine einschlägige Kammermitgliedschaft.
 
5. Falls nein, waren Sie dort jemals Mitglied?
 
Siehe 4. Hier wollten wir herausfinden, ob Herr Potocnik möglicherweise in der Vergangenheit als Architekt tätig gewesen ist. Auch dies ist (siehe oben 2.) mangels Absolvierung der Ziviltechnikerprüfung nicht der Fall. All diese Fragen zum Thema Architekt wurden von Herrn Potocnik nicht beantwortet.
 
6. Sie sind Anfang 2016 - kein halbes Jahr nach Ihrer Wahl zum Gemeinderat - aus Ihrer Partei ausgetreten. Was war der Grund für Ihren Austritt?
 
Herr Potocnik ist im Jahr 2015 als Listenerster der NEOS in den Linzer Gemeinderat eingezogen, etwa ein halbes Jahr später kam es zum Austritt aus der Partei. Da auch diese, für viele Bürger der Stadt Linz durchaus interessante Frage unbeantwortet blieb, haben wir weiterrecherchiert.
Mehreren Medienberichten (u.a. „Standard“ und „OÖN“) zufolge ging Potocniks Rücktritt unter anderem ein NEOS-Beschluss, welcher es ihm untersagt hatte, die ihm seitens der FPÖ angebotenen drei Aufsichtsratsposten anzunehmen, voraus. In der Folge soll sich laut diesen Medienberichten das Verhältnis zu NEOS-Landesparteichefin Raab zugespitzt haben.[2] Auch legt ein Bericht des „Standard“ nahe, dass es nicht gut um das Verhältnis Potocniks zu seiner Linzer Fraktionskollegin Leitner-Rauchdobler bestellt gewesen sein soll.[3]
Eines von Herrn Potocniks Büchern trägt den Titel „Potocnik sucht Streit“. Dieses stellt ein Sammelwerk seiner in den OÖN publizierten Architekturkritiken dar. Er war von 2012 bis 2014 als Architekturkritiker für die genannte Zeitung tätig.
 
7. Warum sind Sie dennoch Fraktionsvorsitzender von NEOS geblieben?
 
Anhand dieser Fragestellung wollten wir dem Paradoxon auf den Grund gehen, warum Herr Potocnik trotz des oben thematisierten Zerwürfnisses mit der Partei und seinem gleichzeitigen Austritt Fraktionsvorsitzender von NEOS Linz geblieben ist. Auch auf diese Frage gab es keine Antwort.
 
8. Weshalb werden Sie, trotz Ihrer Rolle als Fraktionsobmann, auf oberoesterreich.neos.eu unter „Linz“ nicht im dort abgebildeten Dreier-Team geführt?
 
Im Zuge unserer Recherchen konnten wir feststellen, dass Herr Potocnik auf der Homepage der Partei nicht im Dreierteam der NEOS geführt wird. Neben seinen beiden GemeinderatskollegInnen Eypeltauer und Leitner-Rauchdobler wird hier an Potocniks Stelle mit Herrn Aichinger ein anderer Gemeindesprecher an der Spitze geführt.[4] Da Herr Potocnik den NEOS als Fraktionsvorsitzender vorsteht und als solcher auch Gelder bezieht, haben wir hierin sehr wohl ein öffentliches Interesse erblickt. Auch auf diese Fragestellung haben wir keine Antwort erhalten.
 
9. In welcher Form werden die Inhalte Ihrer Aussendungen und medialen Auftritte vom restlichen NEOS-Team mitgetragen? Wie stimmen Sie insbesondere Ihre Presseaussendungen mit Ihren FraktionskollegInnen ab bzw. in welcher Form wird hier zusammengearbeitet?
 
Herr Potocnik wendet sich regelmäßig mit Presseaussendungen an die Medien. Diese werden von einer privaten Mailadresse aus versendet. Wir sind der Meinung, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Linz als Wähler durchaus ein Interesse an der Auskunft haben, ob die hier geäußerten Meinungen auch von den anderen beiden NEOS-GemeinderätInnen mitgetragen werden oder ob diese Aussendungen allein auf Herrn Potocnik zurückgehen. Auch hierzu erhielten wir keine Antwort.
 
10. Inwiefern unterscheidet sich das Gehalt eines Fraktionsvorsitzenden von jenem eines einfachen Gemeinderates?
 
Hier wollten wir schlicht und einfach wissen, inwiefern sich die Bezüge eines Fraktionsvorsitzenden von jenen eines Gemeinderatsmitglieds abheben. Da auch diese Frage unbeantwortet blieb, haben wir weiterrecherchiert. Nach einem Bericht der OÖN erhalten Gemeinderäte Bruttobezüge in Höhe von 14x € 1.512, Fraktionsvorsitzende 14x € 2.291.[5]
 
11. Gehen Sie parallel zu Ihrer politischen Tätigkeit noch einer anderen Arbeit nach? Wenn ja, welcher?
 
Ausführungen hierzu siehe 12.
 
12. Sofern Sie noch einer anderen Tätigkeit nachgehen sollten: In welcher Höhe beziehen Sie daraus Einkünfte?
 
Die Fragestellungen 11. und 12. haben wir bemüht, um herauszufinden, ob es möglicherweise weitere Einkünfte gibt, die ein Stimmverhalten möglicherweise beeinflussen könnten. Auch hier orten wir ein berechtigtes Interesse unserer Leserschaft. Leider haben wir auch auf diese Frage keine Antwort bekommen. Wir dürfen hier auf weitere Ausführungen unter 21. verweisen.
 
13. Welchen Medien werden von Ihnen bzw. Ihrer Fraktion (oder Ihnen oder Ihrer Fraktionnahestehenden Personen oder Organisationen) Inserate oder finanzielle Unterstützungen gewährt?
 
Ausführungen hierzu zusammengefasst unter 14.
 
14. In welcher Höhe erfolgen diese Inserate oder finanziellen Unterstützungen?
 
Uns ist aufgefallen, dass Herr Potocnik in manchen Medien, darunter solchen, die verstärkt mit Inseraten arbeiten, enorme Präsenz bekommt. Auch ist uns anhand der Berichterstattung aufgefallen, dass manche Medien Informationen offensichtlich bereits einen Tag früher als andere Medien haben. Die NEOS selbst haben das Spannungsfeld zwischen Politik und Inseraten immer wieder thematisiert.[6] Interessant war für uns, ob hier mit gutem Beispiel vorangegangen wird.
Ebenfalls aufklärungswürdig erscheint uns der Umstand, dass mit Martin Rabengruber von „tp3-Architekten“ der Geschäftsführer jenes Unternehmens, welches im Jahr 2018 einen seitens NEOS mit 12.500 gesamtdotierten Innovationspreis gewonnen hatte, als Initiator der Stadiongegner-Plattform „fairplanning“ auftritt.[7]
 
15. Stehen Sie in einer direkten oder indirekten Verbindung zur Seite „Rettet den Pichlinger See“? Falls ja, in welcher Form (z.B. Beratung, finanzielle Zuwendungen oder dergleichen) beteiligen Sie sich an dieser Seite?
 
Bei dieser Fragestellung ging es uns darum, dem Phänomen, wonach auf den Facebookseiten „Lorenz Potocnik“ und „Rettet den Pichlinger See“ immer wieder ähnliche Inhalte bzw. sogar dieselben Artikel verlinkt werden, auf den Grund zu gehen. 
 
Die Akteure der Seite haben recht früh mit mir Kontakt aufgenommen – so wie viele das tun, die Ideen und Projekte haben und damit nicht weiterkommen, die Hilfe brauchen oder die sich schlecht oder gar nicht informiert fühlen und sich wehren wollen. Ich versuche behilflich zu sein mit Wissen, Ideen und Strategien. Aber unterschätzen Sie die Linzer und Linzerinnen nicht. Diese haben den Dammbruch, der in der Linzer Politik seit ein paar Jahren herrscht, gründlich satt und sind bereit, sich sehr intensiv zu engagieren für die Zukunft der Stadt. Finanzielle Zuwendungen gibt es von Seiten der Fraktion keine. Das ist auch nicht nötig, falls Sie die Werbungen auf Facebook meinen: Da geht es meist um Beträge im zweistelligen Bereich und daher reicht es, wenn ein paar Personenein wenig zusammenlegen, was diese auch sehr gerne tun, schließlich geht es um das größteNaherholungsgebiet von Linz.
 
Bemerkenswert finden wir hier vor allem, dass Herr Potocnik als Politiker aktiv eine Facebookseite unterstützt, welche über keinerlei Impressum verfügt.
 
16. Stehen Sie in einer direkten oder indirekten Verbindung zu ähnlichen Seiten wie etwa „Rettet den Andreas Hofer Park“ bzw. falls ja, in welcher Form beteiligen Sie sich an diesen?
 
Diese Frage haben wir gestellt, um ein mögliches Muster in der politischen Arbeit von Herrn Potocnik erkennen und begreifen zu können.
 
Hierzu gab es keine Antwort, man kann hier jedoch wohl auf Herrn Potocniks unter 15. getätigten Äußerungen „Die Akteure der Seite („Rettet den Pichlinger See, Anm. d. Red.) haben recht früh mit mir Kontakt aufgenommen – so wie viele das tun, die Ideen und Projekte haben und damit nicht weiterkommen, die Hilfe brauchen oder die sich schlecht oder gar nicht informiert fühlen und sich wehren wollen. Ich versuche behilflich zu sein mit Wissen, Ideen und Strategien.“ zurückkommen.
 
17. Warum beziehen Sie sich in Ihrer Argumentation zum LASK-Stadion auf Pläne, welche nicht von offizieller Seite veröffentlicht bzw. bestätigt wurden?
 
Der LASK hat in einer offiziellen Pressekonferenz im Frühling 2018 selbst die in Umlaufbefindlichen Bilder und den Imagefilm mit dem Standort Pichlingersee veröffentlicht, auch alle anderen Eckdaten kamen vom LASK. Offiziell wurde seitdem praktisch gar nichts veröffentlicht. Warum also warten bis die Planungen abgeschlossen sind und auch von meiner Seite nichts mehr getan werden kann? Im konkreten Fall hat der LASK offenbar versucht, wie so viele Projektbetreiber, möglichst unter dem Radar der Öffentlichkeit dieses Projekt auf Schiene zu bringen. Das ist zum Glück und auch dank meiner Aufdeckerarbeit nicht gelungen. Spätestens im Zuge einer Volksbefragung wird der Projektstandort, die nötige (und aus meiner fachlichen Sicht nicht nachvollziehbare) Widmungsänderung sowie die enormen Kosten, die da auf die Stadt Linz zukämen, öffentlich debattiert.
 
18. Die in der „Heute“-Ausgabe vom 28.12.2018 erschienenen Pläne mit den rot skizzierten Flächen tragen als Bildunterschrift unter anderem die Quellenangabe „NEOS Linz“. Wurden diese von Ihnen eingefärbt? Wie stehen Sie zu dem Umstand, dass hier auch Bäume inkludiert wurden, welche nicht in den Gesamtplänen enthalten sind?
 
Die Grafik stammt von NEOS Linz und war Teil einer Presseaussendung. Als Grundlage dienen ganz konkrete Pläne, deren Quelle ich selbstverständlich nicht nennen kann. Auch das Grundbuch und DORIS, woraus sich die Grundstücksgrenzen und Besitzverhältnisse leicht ablesen lassen sind wichtige Quellen. Sie als Fans, die eigentlich zum inneren Kreis des Vereins gehören sollten, kennen offensichtlich aber selbst die Dimensionen des Projekts nicht und sollten diesbezüglich vor allem vom LASK mehr Transparenz verlangen. Was sie mit den Bäumen meinen, verstehe ich nicht. Kann es sein, dass sie die Perspektive nicht richtig gelesen haben? (Das rote Feld ist das potentielle Baufeld, in der Perspektive ragen die Spitzen der dort bis zu 20 Meter hohen Bäume in dieses Baufeld).
 
Mit dieser Fragestellung wollten wir herausfinden, wie diese in der Zeitung veröffentlichten Pläne zustande gekommen sind. Bemerkenswert erscheint hier der Umstand, dass Herr Potocnik als öffentliche Person und gewählter Volksvertreter bestimmte Quellen nicht nennt.
Uns stellt sich in diesem Zusammenhang vor allem die Frage, wie man an interne Pläne wie diese gelangen kann. Dass das nicht nur uns interessiert, zeigt vor allem der Umstand, dass in dieser Frage scheinbar aktuell die Staatsanwaltschaft ermittelt.
 
19. Im Zusammenhang mit dem Stadionprojekt des LASK bedienen Sie sich unter anderem Begriffen wie „mieses Spiel“, „Mauscheln“ oder „Betrug an der Bevölkerung“. Als Mandatar erhalten Sie politische Bezüge, welche von den Bürgern finanziert werden. Als gewählter Volksvertreter sind gerade Sie der Bevölkerung gegenüber verantwortlich. Warum erachten Sie im Lichte dieser Tatsachen die oben skizzierte Rhetorik eines politischen Mandatars gegenüber den ehrenamtlich tätigen Freunden des LASK als angemessen?
 
Was haben die Art und Weise wie hier von den Verantwortlichen der LASK-GmbH das Projekt vorangetrieben wird, nämlich tatsächlich ohne transparenter Information der betroffenen Linzer und Anrainer, mit den “Freunden des LASK” zu tun? Nicht nur die Art und Weise, wie nicht informiert wird, sondern auch Märchen wie das einer Verlängerung der Straßenbahn, eine nicht existierende, leistungsfähige Anbindung an den ÖV, eines möglichen P&R oder das Verschweigen der Gesamt- und Folgekosten für die betroffenen Steuerzahler lässt die obigen Zuspitzungen regelrecht harmlos erscheinen. Der LASK dachte, ein Projekt dieser Größenordnung ohne Einbindung aller Stakeholder quasi „unter der Decke“ durchboxen zu können. Das ist im Jahr 2019 weder zeitgemäß noch möglich.
 
Wir haben diese Frage gestellt, da wir es bemerkenswert finden, dass herbe Aussagen wie „mieses Spiel“, „Mauscheln“ oder „Betrug an der Bevölkerung“ gegen ehrenamtlich tätige Funktionäre erhoben wurden. Dass ein im Linzer Gemeinderat vertretener Politiker Funktionäre, welche für einen Linzer Verein tätig sind, diskreditiert, stellt wohl ein neues Phänomen in der öffentlichen Auseinandersetzung dar.
 
20. Projekte, denen gegenüber Sie in der Öffentlichkeit in Gegnerschaft getreten sind, betreffen unter anderem das Wohnprojekt am Freinberg, die Verlegung des XXXLutz, das Einkaufszentrum am Schillerpark oder das Tiefgaragenprojekt am Andreas-Hofer-Platz. In der Frage des Theatervertrages, dessen Beseitigung laut einer Stellungnahme des Bürgermeisters (Quelle: ooe.orf.at) eine Ersparnis von etwa € 5,5 Millionen bringt, haben Sie jedoch gegen eine Aufkündigung gestimmt. Warum sind Sie grundsätzlich immer gegen Sport und Wirtschaft, aber für Kultur?
 
Bitte sehen sie sich das Abstimmungsverhalten unserer Fraktion über die Jahre an. => https://www.linz.at/Politik/GRSitzungen/?jahr=2018
 
Weitere Ausführungen zu diesem Themenfeld sind unseren Kommentaren zu 21. und 22. zu entnehmen.
 
21. Warum sollen Ihrer Meinung nach Kultureinrichtungen mit öffentlichen Geldern subventioniert werden, Projekte aus dem Bereich Sport jedoch nicht?
 
Unsere Recherchen haben ergeben, dass mit „linz zukunft“ ein Verein, welchem Herr Potocnik als Obmann vorsteht, in den Jahren 2013 und 2015 Förderungen in Höhe von jeweils € 8.000,--[8] erhalten hat. Diese wurden vom Land Oberösterreich als Beiträge an Vereinigungen der Bildenden Kunst ausbezahlt. Im Jahr 2010 erhielt Potocnik zudem als Einzelperson eine Förderung „Sonstige Beiträge an Einzelpersonen“ in Höhe von € 7.500,--.[9] 2013 wurde in derselben Kategorie an Herrn Potocnik eine weitere Förderung in Höhe von € 4.000,-- gewährt.[10] Wir wollten daher wissen, warum Herr Potocnik, der selbst öffentliche Förderungen im Bereich der Kultur beantragt und bewilligt bekommen hatte, so vehement gegen eine Förderung der öffentlichen Hand im Bereich Sport auftritt und gleichfalls die Kosten des Stadionprojekts kritisiert.
 
22. Steht Ihr Votieren für Kultureinrichtungen und gegen Sport und Wirtschaft damit in Zusammenhang, dass Teile Ihrer Familie in Kulturbetrieben arbeiten bzw. dort gearbeitet haben?
 
Hier haben Recherchen ergeben, dass ein Familienmitglied von Herrn Potocnik in einem Linzer Kulturbetrieb tätig war. Wir wollten wissen, ob dies möglicherweise Einfluss auf die unter 20. angeführte Fragestellung nimmt.
 
23. Viele der Fragen aus den vom LASK veröffentlichten FAQs wurden in den letzten Wochen in exakt derselben Form von Projekt-Gegnern gestellt. Dennoch werten Sie den gegenständlichen Fragenkatalog als „selbsterstelltes Frage- und Antwortenpapier“ ab. Warum sind die vom Verein aufgegriffenen Fragen der Bürger für Sie nun allesamt irrelevant? Warum setzen Sie sich damit über andere Projekt-Gegner hinweg bzw. wie erklären Sie das diesen Leuten?
 
Wer hat die Fragen denn gestellt? Abgesehen davon, es geht nicht nur um die Fragen sondern auch um die “Antworten”. Ich verstehe schon, als Fan ist man froh darüber, wenn nach über einem halben Jahr endlich ein wenig kommuniziert wird von Seiten des LASK. Aber eine Offensive sieht anders aus, echte Antworten auch. Das einzig Richtige wäre wohl eine Pressekonferenz gewesen,wo die Medien die Fragen gestellt hätten. Warum keine öffentliche Diskussion mitVerkehrsexperten, Raumplanern, Umweltexperten und der Bevölkerung von Pichling beispielsweise? Wovor hat man Angst? Um nur wenige Beispiele für die mehr als unzureichende Beantwortung zu geben: Gleich bei der ersten Frage “Warum soll das Stadion ausgerechnet am Standort Pichling gebaut werden? Bleibt die Replik mehr als fahl. Wir wissen weder was die Auswahlkriterien noch die anderen Standorte waren, auch darüber, wer daran gearbeitet hat, schweigt der LASK. Oder Frage 2: zum nicht vorhandenen Öffentlichen Verkehr meint der LASK es handelt sich um “Herausforderungen”... das ist wirklich zum Lachen! Für ein Stadion mit 18 Heimspielen pro Jahr wird keine Straßenbahn um einen zweistelligen Millionenbetrag gebaut. Es muss umgekehrt sein, der Öffentliche Verkehr muss bereits vorhanden sein. Diese Aussage lässt Schlimmstes vermuten, was die Standortuntersuchung betrifft.
 
Für die Anbindung durch ÖV gibt es an diesem Standort (leider) keine Lösungen, schon gar keine Herausforderung.... Bitte die Bevölkerung nicht für blöd verkaufen und den Leuten Sand in die Augen streuen. Die Bahnstation ist 2,5 km vom Stadion entfernt, Züge fahren am Sonntag im Stundentakt. Das wird sich aus zugtechnischen Gründen und den Gleisanlangen dort die nächsten 20 Jahre auch nicht ändern. Schon gar nicht wegen eines Stadions. Auch die Autobahn fährt zwar vorbei, hat aber keine direkte Abfahrt. Bereits jetzt ist dort sehr hohes Verkehrsaufkommen. Es gehört umgekehrt: Der Standort muss bereits leistungsfähigen ÖV bereitstellen. Alles andere ist schlicht und einfach ein Ausschließungsgrund.
 
Ernstlich ein XL-Stadion hinzusetzen und dann zu denken „Das wird schon irgendwie und irgendwann“ ist fahrlässig und wird einem professionell geführten Verein wie dem LASK nicht gerecht. Oder die Frage “Wie steht der LASK konkret zur Bodenversiegelung durch Stadion und Infrastruktur?” wird mit “Vorauszuschicken ist, dass die Bodenversiegelung sehr schonend und lediglich im wirklich essentiellen Ausmaß vorgenommen wird. Der Naturschutz ist dem LASK ein großes und zentrales Anliegen. Wir werden alle einschlägigen Auflagen erfüllen” beantwortet. Das lässt jegliches Vertrauen dahinschmelzen. Bodenversiegelung ist Bodenversiegelung und ist mit Auflagen nicht zu retten. Man hat den Eindruck, die Autoren der Antworten wissen gar nicht wirklich, was Versiegelung eigentlich ist und was sie bedeutet. Glauben sie im Ernst, dass sich die Öffentlichkeit, der Steuerzahler und die politischen Vertreter mit einer derart mangelhaften Erklärung abspeisen lassen? Wer hat die Studie erstellt? Was waren die Kriterien? Welche anderen Orte im Ballungsraum wurden in Erwägung gezogen?
 
Ein ausführliches Studium der Fragen aus dem Stadion-FAQ des LASK ( gibt es hier zum Download: https://www.lask.at/fragen-zum-lask-stadion/ )  hat ergeben, dass viele der dort aufgeworfenen Fragestellungen durchaus kritischer Natur sind und in dieser Form auch immer wieder von Stadiongegnern gestellt wurden.
 
In seinen Ausführungen beziffert Hr. Potocnik u.a. die Distanz zwischen der Bahnstation Pichling und dem avisierten Stadionprojekt mit 2,5 Kilometer. Seit1908.at hat nachgemessen und herausgefunden, dass die angesprochene Distanz faktisch jedoch 1,9 Kilometer beträgt. Die Distanz zwischen dem Linzer Hauptbahnhof und der Gugl beträgt im Übrigen (bergauf!) 1,8 Kilometer.
 

[4]  Neos Linz   (Stand 19.01.2019)
[5] Vgl OÖN

"Ein Aufruf" Die Gelegenheit beim Schopfe packen

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Vor nicht allzu langer Zeit rief man noch dazu auf, nach Parndorf zu pilgern, um dort den Grundstein für die Rückkehr in die 2. Liga zu legen. Nun, nicht mal ganz 5 Jahre später stehen wir auf Platz 2 in der Bundesliga und im Pokal-Halbfinale. Vor allem für jene, die auch die Zeit damals mitgemacht haben und treu hinter dem LASK gestanden sind, fühlt es sich im Moment an, als schwebe man auf Wolke 7.
 
Nach all den schweren Jahren ergibt sich nun die Chance, Historisches zu erreichen. Wir haben "nur" mehr 4 Punkte Rückstand auf die Filiale aus Salzburg und im Pokal kommt Rapid in die TGW Arena (Anmerkung: In den letzten 56 Pflichtspielen in der TGW Arena hat man nur 5! Spiele verloren).
 
Jetzt gilt es, Farbe zu bekennen und zu zeigen, dass wir wirklich "gemeinsam" der LASK sind. Uns stehen nun noch 11-12 Endspiele bevor. In denen gilt es 1908% für unseren Verein zu geben, auf und neben dem Platz. Auch auswärts! Die Mannschaft spielt Woche für Woche einen sehr attraktiven Tempofußball und gewinnt Spiel für Spiel - selbst wenn die Leistung mal nicht so gut ist. 300-500 Auswärtsfahrer sind dem nicht würdig und die Ausreden "Sonntag 17:00 Uhr, Oma hat Geburtstag, nächster Tag Montag,.." zählen nicht. Jeder weiß, was an Spieltag 30 und 31 in Salzburg und St.Pölten los wäre, wenn wir beim Kuchen dabei sind - Ganz egal welcher Tag, ganz egal welche Uhrzeit, ganz egal welches Wetter. Jedes Spiel ist genau so wichtig wie diese beiden. Fahren wir alle hin und unterstützen unseren Verein, wie es ihm angemessen ist und wir werden zusammen Historisches erreichen !
 
Gemeinsam sind wir LASK!
 
marcel pretl 

Fragen an Gemeinderat Potocnik

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Sehr geehrter Herr Gemeinderat Potocnik!


Da Sie selbst immer für Transparenz eintreten und diese mitunter vehement einfordern, erlauben wir uns, Ihnen nachstehende Fragen zu stellen. Wir würden Sie daher höflich um Beantwortung derselben bitten.
  1. Sie bezeichnen sich immer wieder als „Stadtentwickler“ oder „Stadtplaner“. Ist dies in Österreich ein offiziell anerkanntes Berufsbild?
  2. Waren Sie jemals als Architekt selbständig tätig?
  3. Sofern Sie bereits als selbständiger Architekt tätig waren: Welche Projekte haben Sie alleinverantwortlich durchgeführt?
  4. Sind Sie Mitglied der Architektenkammer?
  5. Falls nein, waren Sie dort jemals Mitglied?
  6. Sie sind Anfang 2016 - kein halbes Jahr nach Ihrer Wahl zum Gemeinderat - aus Ihrer Partei ausgetreten. Was war der Grund für Ihren Austritt?
  7. Warum sind Sie dennoch Fraktionsvorsitzender von NEOS geblieben?
  8. Weshalb werden Sie, trotz Ihrer Rolle als Fraktionsobmann, auf oberoesterreich.neos.eu unter „Linz“ nicht im dort abgebildeten Dreier-Team geführt?
  9. In welcher Form werden die Inhalte Ihrer Aussendungen und medialen Auftritte vom restlichen NEOS-Team mitgetragen? Wie stimmen Sie insbesondere Ihre Presseaussendungen mit Ihren FraktionskollegInnen ab bzw. in welcher Form wird hier zusammengearbeitet?
  10. Inwiefern unterscheidet sich das Gehalt eines Fraktionsvorsitzenden von jenem eines einfachen Gemeinderates?
  11. Gehen Sie parallel zu Ihrer politischen Tätigkeit noch einer anderen Arbeit nach? Wenn ja, welcher?
  12. Sofern Sie noch einer anderen Tätigkeit nachgehen sollten: In welcher Höhe beziehen Sie daraus Einkünfte?
  13. Welchen Medien werden von Ihnen bzw. Ihrer Fraktion (oder Ihnen oder Ihrer Fraktion nahestehenden Personen oder Organisationen) Inserate oder finanzielle Unterstützungen gewährt?
  14. In welcher Höhe erfolgen diese Inserate oder finanziellen Unterstützungen?
  15. Stehen Sie in einer direkten oder indirekten Verbindung zur Seite „Rettet den Pichlinger See“? Falls ja, in welcher Form (z.B. Beratung, finanzielle Zuwendungen oder dergleichen) beteiligen Sie sich an dieser Seite?
  16. Stehen Sie in einer direkten oder indirekten Verbindung zu ähnlichen Seiten wie etwa „Rettet den Andreas Hofer Park“ bzw. falls ja, in welcher Form beteiligen Sie sich an diesen?
  17. Warum beziehen Sie sich in Ihrer Argumentation zum LASK-Stadion auf Pläne, welche nicht von offizieller Seite veröffentlicht bzw. bestätigt wurden?
  18. Die in der „Heute“-Ausgabe vom 28.12.2018 erschienenen Pläne mit den rot skizzierten Flächen tragen als Bildunterschrift unter anderem die Quellenangabe „NEOS Linz“. Wurden diese von Ihnen eingefärbt? Wie stehen Sie zu dem Umstand, dass hier auch Bäume inkludiert wurden, welche nicht in den Gesamtplänen enthalten sind?
  19. Im Zusammenhang mit dem Stadionprojekt des LASK bedienen Sie sich unter anderem Begriffen wie „mieses Spiel“, „Mauscheln“ oder „Betrug an der Bevölkerung“. Als Mandatar erhalten Sie politische Bezüge, welche von den Bürgern finanziert werden. Als gewählter Volksvertreter sind gerade Sie der Bevölkerung gegenüber verantwortlich. Warum erachten Sie im Lichte dieser Tatsachen die oben skizzierte Rhetorik eines politischen Mandatars gegenüber den ehrenamtlich tätigen Freunden des LASK als angemessen?
  20. Projekte, denen gegenüber Sie in der Öffentlichkeit in Gegnerschaft getreten sind, betreffen unter anderem das Wohnprojekt am Freinberg, die Verlegung des XXXLutz, das Einkaufszentrum am Schillerpark oder das Tiefgaragenprojekt am Andreas-Hofer-Platz. In der Frage des Theatervertrages, dessen Beseitigung laut einer Stellungnahme des Bürgermeisters (Quelle: ooe.orf.at) eine Ersparnis von etwa € 5,5 Millionen bringt, haben Sie jedoch gegen eine Aufkündigung gestimmt. Warum sind Sie grundsätzlich immer gegen Sport und Wirtschaft, aber für Kultur?
  21. Warum sollen Ihrer Meinung nach Kultureinrichtungen mit öffentlichen Geldern subventioniert werden, Projekte aus dem Bereich Sport jedoch nicht?
  22. Steht Ihr Votieren für Kultureinrichtungen und gegen Sport und Wirtschaft damit in Zusammenhang, dass Teile Ihrer Familie in Kulturbetrieben arbeiten bzw. dort gearbeitet haben?
  23. Viele der Fragen aus den vom LASK veröffentlichten FAQs wurden in den letzten Wochen in exakt derselben Form von Projekt-Gegnern gestellt. Dennoch werten Sie den gegenständlichen Fragenkatalog als „selbsterstelltes Frage- und Antwortenpapier“ ab. Warum sind die vom Verein aufgegriffenen Fragen der Bürger für Sie nun allesamt irrelevant? Warum setzen Sie sich damit über andere Projekt-Gegner hinweg bzw. wie erklären Sie das diesen Leuten?

Foto: Screenshot Facebook Seite Gemeinderat Potocnik

FAQs zum LASK Stadion

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Lange hat der LASK zum Thema Stadion geschwiegen - für manche Fans zu lange. So gab es Politiker, die versuchten, auf Kosten unseres Vereins politisches Kleingeld zu waschen und sich zu profilieren( http://www.seit1908.at/blog/schwarz-auf-weiss/item/2480-politische-profilierung-wenn-fast-jedes-mittel-recht-ist ) mit Halbwahrheiten - teils mit Kaffeesudlesen und dem "Verkauf" dieses Sudes als "Fakten". Doch jetzt nutzt der LASK die Winterpause, um aktiv zu werden und zahlreiche Fragen rund um das Stadion aufzuklären. Wir haben die kompletten "FAQs" für euch zum Download bereitgestellt. 28 Fragen und ausführliche Antworten, die wohl sämtliche "Fake News", die bis jetzt verbreitet wurden, aufklären. 

Gestern Hütteldorf. Morgen Linz. Übermorgen die restliche Zivilgesellschaft

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Eine Woche ist es nun her, dass 1300 Rapidlern unrecht getan wurde. Von Einsicht bei der Exekutive und beim BMI keine Spur. Fanszenen aus ganz Österreich sind empört - natürlich auch die aktive Linzer Szene. Wir wurden gebeten die offizielle Stellungnahme der "Aktiven" zu veröffentlichen. Dieser Bitte kommen wir natürlich gerne nach. Auch wir haben diese Stellungnahme unterschrieben.

Wenn Menschenrechte keine Rolle spielen und es ab morgen schon wieder Schnee von gestern ist…

Sonntag. 16.12.2018. Austria Wien – Rapid Wien. 1. Wiener Derby im neuen Franz-Horr-Stadion. Ein Tag im Zeichen der neuen politischen Umgangsweise mit organisierten, kritischen, autonomen Gruppen des Landes.
Ein Solidaritätsbeitrag aus Linz.
 
Wie üblich bei einem Stadtderby, sammelten sich die Anhänger des SK Rapid Wien im Vorfeld, um dann mittels U-Bahn und die letzten paar Meter per Fußmarsch Richtung Austria-Stadion zu bewältigen.
Gesagt, vorerst getan.
 
Welche Szenen sich beim Fußmarsch in der Folge abspielen sollten, ist in der Historie des österreichischen Fußballs einzigartig und sucht seinesgleichen.
Die Geißelung des 16. Dezembers 2018. Tatort: Wien.
 
Entgegen der ursprünglichen Aussagen der Rechtshilfe Rapid, dass die Tangente A 23, bereits vor Passieren des Marsches gesperrt gewesen sein soll und somit keine Autos mehr auf der Autobahn unterwegs gewesen sind, revidierte die Landespolizeidirektion Wien in einem tags darauf veröffentlichten Video, auf dem zu sehen ist, dass einige Schneebälle auf Autos geworfen wurden.
 
Die Rechtshilfe Rapid entschuldigte sich einen Tag nach dem Derby mittels Facebook-Post für diese Falschaussage, die darauf zurückzuführen ist, dass Aktivisten der Rechtshilfe eine vermeintlich leere Autobahn vorfanden und dies sogleich auf Twitter tickerten, jedoch die Südosttangente für sie nicht vollends ersichtlich war.
Mit einem Polizeihubschrauber ist die Beobachtung der gesamten Lage verständlicherweise besser möglich.
 
Auf Grund des Tatbestands der Gemeingefährdung gem. §177 (1) StGB sah sich die Exekutive dazu veranlasst, 1338 Personen einzukesseln und daraufhin Identitätskontrollen durchzuführen, die bis zu 7 Stunden andauern sollten.
 
Bei Temperaturen unter 0°C. Ohne Toiletten. Ohne Essen. Ohne Trinken.
Frauen, Kinder, Alte, Junge, Diabetiker,…
 
Die Identitätskontrollen wurden durchgeführt, um diejenigen Personen zu identifizieren, die laut Polizei Pyrotechnik, Flaschen, Dosen und Schneebälle (auf den Videos der LPD Wien ist lediglich das Werfen einiger Schneebälle erkennbar) auf die Autobahn geworfen haben.
 
Eines vorweg: das Werfen von Schneebällen auf die befahrene Autobahn ist saudumm und obendrein lebensgefährlich.
Die Täter gehören bestraft.
 
Unerklärlich ist für mich als Außenstehender, warum die Staatsgewalt eine gemeingefährliche Situation (das Werfen von Schneebällen auf die Autobahn) genau an demselben Ort, wo die Schneebälle geworfen wurden, mittels Identitätskontrollen aufklären möchte, indem sie die Autobahn nach 10 Minuten wieder freigibt.
Die akute Gefahr von Schneeballwürfen (die danach nicht mehr folgten) besteht demnach weiterhin.
 
Als nächster Punkt, der sich mir aufdrängt, sind die Identitätskontrollen per se.
Wenn Schneebälle auf die Autobahn geworfen werden, welchen Aufklärungssinn verfolgen dann Identitätskontrollen?
Hat der Übeltäter den Schneeball etwa noch in der Hand, wenn er zu den Beamten schreitet und sich durchsuchen lässt?
 
Des Weiteren wirft sich die Frage auf, warum man 1338 (!) Menschen oberhalb einer befahrenen, eisigen Autobahn (die schmalsten Stellen sind lt. Gedächtnisprotokollen ca. 5m breit) stundenlang festhält, wobei die Menschen ein ca. 1,10m hoher Zaun vom Hinunterfallen in ca. 10m Tiefe auf die meistbefahrene Autobahn Österreichs trennt.
 
Man stelle sich mal vor, jemand bekommt Platzangst, fällt durch die winterlichen Verhältnisse in die Tiefe…oder weiß Gott nicht was!
 
Rückblende: Duisburg, Love Parade.
 
Ich sehe jetzt schon die bestürzten österreichischen Politiker, Bürgermeister und Profilierungssüchtigen vor meinem inneren Auge, die sich nach eventueller Tragödie alle fragen: ,,Wie konnte sowas Schreckliches nur passieren?“ und den Angehörigen ihr tiefstes Mitgefühl aussprechen. Den schwarzen Peter möchte keiner haben.
 
Angaben ohne Gewähr:
 
Gestern las ich ein Gedächtnisprotokoll eines Rapidlers, der sinngemäß schrieb, dass sich einer von der Brücke stürzen wollte, zum Glück aber zurückgehalten wurde.
Ein anderer schrieb: ,, Wennst einem Diabetiker mit mehreren Bandscheibenvorfällen über eine Polizeiabsperrung heben musst und daneben Polizisten zuschauen und lachen. Heute wurden Menschenrechte verletzt.“
 
Menschenrechte?
 
Ach ja, die gibt’s ja auch noch.
 
Ein Grundrechtseingriff kann nur erfolgen, wenn der Eingriff ein Ziel verfolgt, das im öffentlichen Interesse (z.B.: Gemeingefährdung) steht und verhältnismäßig ist.
 
Es muss ein geeignetes, notwendiges und adäquates Mittel eingesetzt werden.
Die Schwere des Grundrechtseingriffs (z.B.: Recht auf persönliche Freiheit) ist mit der Schwere des öffentlichen Ziels abzuwägen.
 
Bei 1338 Identitätsfeststellungen kam es zu einer Anzeige wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und einer verwaltungsrechtlichen Festnahme.
Das entspricht einer Quote von 99,15% Unschuldiger, die festgehalten wurden.
 
Laut Polizei wurden 3 Verletzte gemeldet, die von der Rettung abtransportiert werden mussten.
Es wurden dem Sachverhalt zufolge mehr Menschen verletzt als angezeigt.
 
Die Verhältnismäßigkeit ist hierbei also schwerstens zu hinterfragen.
Ich hoffe der Verfassungsgerichtshof sieht das genauso.
 
Von mehreren Stellen wird gemutmaßt, dass das Einkesseln der Rapid-Fans von langer Hand geplant und akribisch vorbereitet wurde.
Ich teile diese Vermutung.
 
Das es gerade die Rapid-Fans „erwischt“ ist kein Zufall.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Fußballfans einen denkbar schlechten Ruf genießen, Rapid-Fans erst recht.
 
Mit der Aktion am Sonntag wollte man testen, wie weit man gehen kann.
Wie groß ist der Aufschrei in der Bevölkerung?
Regt sich Widerstand in der Bevölkerung oder ,,is es eh wurscht, weil’s nur d’Rapidler dawischt hod?“
 
Langsam Terrain gewinnen, um es auszuweiten und für seine Zwecke (unliebsame Oppositionsdemonstranten, Fußballfans, Flüchtlinge,…) zu nutzen.
Polizeistaat olé!
 
Letzten Donnerstag im Europa-League-Spiel gegen die Glasgow Rangers gab es anlässlich des Datums 13.12. in Anlehnung an die Buchstabenkombination im Alphabet (“ACAB“ = “All Cops are Bastards“) vom Block West eine großflächige Choreographie, Wochen zuvor auch bereits beim Auswärtsspiel in Salzburg.
 
Ich denke, dass dies nicht der hauptsächliche, aber kein unwesentlicher Grund für die Geschehnisse des Derbytags ist.
Die Reaktion der Polizei steht jedoch in keinem Verhältnis zur Choreo der Rapid-Fans!
 
Es sei angemerkt, dass “ACAB“ in Deutschland beispielsweise unter die Meinungsfreiheit fällt, was das Bundesverfassungsgericht 2016 in einem Beschluss bestätigte.
 
Die Krux an der Sache ist, dass beispielsweise Fußballfans keine Lobby hinter sich haben.
Wer soll einem helfen?
 
Die Polizei, die einen lieber heute als morgen gern im Häfn hätte?
Die Justiz, die bei Fußballdelikten besonders gern drauffährt?
Das Innenministerium, die die Polizei lenkt und leitet?
 
Die Glaubwürdigkeit eines Fußballfans geht Richtung Gefrierpunkt.
Es ist Zeit, Aufklärungsarbeit zu leisten.
Redet mit Leuten darüber, eurem Umfeld, klärt sie auf.
Erzählt ihnen davon. Das wäre der erste Dominostein, der umfallen müsste.
 
Ein Aspekt, der mir als LASK-Fan auch noch sauer aufstößt, ist Siegmund Gruber’s Aussage in der Sky-Sportsendung „Talk und Tore“: ,,Polizei-Bashing ist auch nicht das Richtige.“
Und Fan-Bashing sehr wohl?
 
Man sollte immer differenzieren. Es gibt überall schwarze Schafe.
Bei den Fußballfans. Bei der Polizei. Überall.
Das sollte auch der LASK-Präsident vor zukünftigen Aussagen bedenken.
 
Ähnliche Aussagen folgten von ihm auch nach dem ersten „Heim“derby gegen Blau Weiß in Pasching, nachdem Blau-Weiß-Fans mit Pfefferspray in dem alten Awaysektor eingesprüht wurden – die Luft konnte in der Plexiglas-Hütte nicht entweichen.
 
Dem Präsidenten war’s wurscht.
 
Anders Rapid-Präsident Krammer, der am Abend bis glaublich 21.30h den eingekesselten Rapid-Fans zur Seite stand. Das ist gelebte Solidarität.
 
Ich hoffe, dass die Opposition im Nationalrat (SPÖ, Neos, JETZT) von ihrem Untersuchungsrecht (46 Abgeordnete wären nötig) Gebrauch macht und einen Untersuchungsausschuss durchbringt, um diesen Derbyvorfall genauestens zu prüfen.
 
Als vorletzter Punkt sei noch die Schadenfreude einiger Leute erwähnt:
Ich habe von Rapid-Anhängern gelesen, wie vereinzelte Austria-Fans nach Spielende vorbeigezogen sind und sich auch noch lustig über die prekäre Situation gemacht und schadenfroh gezeigt haben.
 
Auch habe ich schon diverse Kommentare von LASK-Fans in öffentlichen Netzwerken vernommen, die mich sprachlos und wütend zugleich machen.
 
Euch sei gesagt: Schon bei unserem nächsten Wien-Aufenthalt könnte es uns ähnlich ergehen. Wer zuletzt lacht, lacht am…?
 
Abschließend noch kurz zum letzten Aspekt – von wem geht das Ganze eigentlich aus?
 
Oberste Sicherheitsbehörde der Republik Österreich ist der Bundesminister für Inneres.
Ihm sind die Landespolizeidirektionen, ihnen wiederum die Bezirksverwaltungsbehörden als Sicherheitsbehörden nachgeordnet.
 
Das Amt des Innenministers hat derzeit ein gewisser Herbert Kickl von der FPÖ inne.
Welche Machtbefugnisse er in dieser Position hat, wird der ein oder andere, der das politische Geschehen verfolgt, bereits mitbekommen haben.
 
Was viele nicht wissen:
 
Vor ein paar Monaten hat im Spiel Rapid Wien : Wolfsberger AC ein Rapid-Fan einen Doppelhalter mit kritischem Inhalt (Mahrer und Kickl wurden im Fadenkreuz abgelichtet) hochgehalten.
Noch am selben Tag stand das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) vor seiner Haustür und es gab eine Hausdurchsuchung.
Möchte man so mit kritischen Inhalten zukünftig umgehen?
 
Das Wiener Derby hat einen Vorgeschmack gegeben, worauf wir Fußballfans uns in Zukunft einstellen können.
Jeder darf selbst entscheiden, wo er sein X bei der nächsten Nationalratswahl setzt.
 
Ich weiß spätestens jetzt, wo ich es definitiv nicht setzen werde – bei der Fußball Partei Österreichs, kurz FPÖ.
 
Getrennt in den Farben. Vereint in der Sache.
 
von einem besorgten LASK Fan
 

110 Jahre LASK Party

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EINHUNDERTZEHN Jahre ... dieses Jubiläum feiert der geilste Verein des Universums in diesem Jahr. Grund genug eine Fete Party zu schmeißen. Genau das hat die aktive Fanszene auch am 30.11. vor. Firmen-Weihnachtsfeier, Geburtstagsfest, Christkindlmarkt, der Hund ist krank .... das gilt alles nicht. Dieser Abend muß bei jedem LASK Fan dick im Kalender eingezeichnet sein. Tickets gibt es bei den nächsten Heimspielen. Sichert euch eure Karte im Stadion, damit ihr nicht vor verschlossenen Türen steht. Denn eine Abendkasse wird es nicht geben.

Liebe Freunde ...

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Liebe Freunde,
 
aufgrund der zahlreichen erwarteten Gäste, die sich von unserem Vater, Schwiegervater und Großvater Helmut Köglberger verabschieden möchten, wurde die feierliche, öffentliche Verabschiedung
 
am Freitag, den 05.10.2018, um 13:00 Uhr, in den
Linzer Mariendom, Herrenstraße 26, 4020 Linz, verlegt.
 
Wir bitten darum, alle Personen, die sich verabschieden möchten, von der neuen Örtlichkeit zu informieren.
Vielen Dank!
 
Die Beisetzung der Urne am Friedhof in St. Magdalena findet anschließend im engsten Familienkreis statt.
 
Im Sinne des Verstorbenen bittet die Familie darum, von Kranz- und Blumenspenden abzusehen und stattdessen das letzte große Herzensprojekt von Helmut Köglberger, die ACAKORO Football Academy für Kinder aus den Slums von Nairobi. zu fördern, deren Mitbegründer er gewesen war.
Die Bankdaten hierfür lauten:
Kontoname: Hilfsverein ACAKORO
IBAN: AT06 3400 0000 0284 5170
 
In tiefer Trauer,
 
Familie Köglberger
 
Quelle: Facebook

Abschied vom Jahrhundertspieler: In memoriam Helmut Köglberger

InMemoriam HeliKöglbergerAm Montag erreichte uns die traurige Nachricht: Helmut „Heli“ Köglberger, der Jahrhundertspieler des LASK, ist tot. Er stirbt ausgerechnet an dem Tag, an dem die Vereine, für die er als Spieler Tore geschossen hat, gegeneinander spielten: der LASK gegen Austria Wien. Betroffen, traurig und dankbar erinnern wir uns an ihn als herausragende Identifikationsfigur des oberösterreichischen Fußballs und des LASK.

Papa, komm her! Ich muss Dir was erzählen!

Unzählige Stunden und Nächte sind wir schon im Wohnzimmer gesessen und haben uns gegenseitig dafür bemitleidet, was für ein schweres Los wir als LASK-Fans doch gezogen haben. So manche Packung Zigaretten und so manche Kiste Bier mussten dabei dran glauben. Es ist auch immer wieder vorgekommen, dass plötzlich kein Bier mehr im Kühlschrank war und wir notgedrungen warmes Bier trinken mussten, nur um das dadurch entstehende Unwohlsein später mit einem Fernet auszugleichen.

Und weil wir eben nur selten etwas zu feiern hatten, mussten wir uns an frühere Erfolge erinnern. Aber das ist eigentlich gelogen – Du hast dich daran erinnert und mir davon erzählt und eigentlich waren es eh nur zwei Geschichten: Jene vom 3. Juli 1965, als Du mit dabei warst auf der Hohen Warte, wo sich der LASK den ersten und bisher einzigen Meistertitel seiner Vereinsgeschichte holte und jene vom Oktober 1985, als unsere Schwarz-Weißen Inter Mailand mit 1:0 besiegten.

Du hast diese Geschichten mit so viel Leidenschaft und Freude erzählt, dass ich sie anfangs gerne gehört habe. Später aber, als ich jeden einzelnen Satz schon mitsprechen konnte, entwickelte ich eine Aversion gegen diese Geschichten. Das habe ich ja nie zugegeben, weil diese Abneigung nur auf zwei Gründen beruht: Ich war neidisch, dass ich so etwas nicht miterleben durfte und mit jedem weiteren Jahr das verstrich wurde auch der Glaube daran kleiner, dass solche Momente wiederkehren würden.

Aber jetzt drehen wir den Spieß mal um, Papa – jetzt erzähle ich Dir eine Geschichte, die Du mir nicht glauben wirst. Ich war in dieser Saison schon zwei Mal auf der Gugl und obwohl es nun schon länger nicht mehr „unser“ Stadion ist, fühlte es sich doch wie heimkommen an. Beim zweiten Mal war es sogar besser als jemals zuvor, denn es war etwas Entscheidendes anders als bei den vielen Besuchen davor. Es waren keine 500, 2.000 oder 5.000 Menschen dort, nein das Stadion war AUSVERKAUFT.

AUSVERKAUFT, Papa – das war das letzte Mal, wann genau der Fall? Genau – gegen Inter Mailand 1985. Ja, Papa Du hast ja Recht – damals waren es mehr Leute und früher gegen den Wiener Sportklub sind die Leute hinterm Stadion auf die Bäume geklettert um das Spiel zu sehen. Aber da kann ja niemand was dafür, dass die Stadt Linz keinen Wert auf ein modernes Stadion mit größerer Kapazität legt. Deshalb kommt ja … Ach, lenk mich nicht ab – ich will Dir ja was ganz Anderes erzählen:

Es war wieder einer dieser magischen Nächte – eine Europacupnacht in Linz, bei dem ein ganz großer Gegner dem LASK gegenüberstand. Der türkische Spitzenclub: Besiktas Istanbul. Es lag ein ganz besonderer Duft in der Luft am Froschberg – es roch nach Sensation!

Ach komm, hör schon auf, Papa – natürlich ist Besiktas eine Spitzenmannschaft. Die war letztes Jahr im Champions-League-Achtelfinale, hat in den letzten drei Jahren 29 Europacupspiele bestritten und davon nur fünfmal verloren. In der Mannschaft spielen ehemalige Champions-League-Sieger, amtierende Europameister und Vizeweltmeister. Das ist inzwischen eine ganz große Nummer.

Weißt Du, was die Leute zu mir gesagt haben? „Ihr habt keine Chance gegen die. – Das ist nicht eure Kragenweite. – Da steht euch eine Abreibung ins Haus.“ Ich habe darauf nur geantwortet, dass es schon schön sei gegen so eine Mannschaft in einem Pflichtspiel antreten zu dürfen. Nach all dem was wir durchgemacht haben, könne es keine Abreibung geben, die uns umhaut. Wir würden es schaffen, diesen großen Abend zu genießen.

Natürlich habe ich insgeheim darauf gehofft, dass es uns gelingen wird die Türken aus dem Bewerb zu hauen. Ich habe mich das aber nur aussprechen getraut, wenn ich schon ein oder zwei Bierchen getrunken hatte. Die letzten Jahre haben uns geprägt, wir sind bescheidener geworden. Eine Tugend, die uns übrigens gut tut. Die Zeit der Luftschlösser, die unsere Präsidenten gebaut haben und in die wir nur zu gerne eingezogen sind, die sind vorbei. Es wird beim LASK weniger geredet, dafür mehr gearbeitet und das trägt Früchte.

Keine Ahnung, wie das beim Trauner war, Papa – dafür bin ich echt zu jung. Aber Du hast immer gesagt, dass war der letzte Vernünftige am Ruder des LASK. Wenn man diesen Vergleich zieht – ja, dann gibt es endlich legitime Nachfolger für ihn.

Aber zurück zum Thema: Wie gesagt, es roch nach Sensation und ich war von Stunde zu Stunde mehr überzeugt, dass wir ein Wunder erleben werden und in das Play-Off einziehen würden. Ich genoss die Atmosphäre, trank mit einem Bekannten noch ein gemütliches Bier und begab mich auf meinen Platz in Sektor 7. Das war einmal unser Revier in diesem Stadion, aber gestern war das leider anders. Da waren mehrheitlich Fans der Türken – nicht nur von Besiktas, sondern auch welche in Fenerbahce und Galatassaray-Trikots. Versteh ich auch nicht, Papa – war aber so. Ich habe mich mit ihnen auch unterhalten – es waren ja fast ausschließlich Austrotürken – und sie alle sagten mit Ergebnisse zwischen 5:0 und 10:0 für Besiktas voraus. Sie waren sich sicher, dass wir kein würdiger Gegner seien. Ihre Freude endlich erstmals ein Spiel ihres Lieblingsvereins sehen zu dürfen, hat anscheinend ihre Sinne getrübt – denn den besagten Geruch der Sensation schienen sie nicht wahrzunehmen.

Kurz vor Spielbeginn wanderte ich zwischen den Reihen etwas weiter Richtung Sektor 6. Ich wollte dann doch eher unter Gleichgesinnten stehen. Ja, Papa, STEHEN – es war wie früher, die Leute sind tatsächlich alle gestanden. Nein, es war sogar besser als früher, denn sie haben auch die Hühnerstangen ignoriert und sind wirklich gestanden!

Das Spiel an sich war einfach traumhaft. Ich sah elf Männer auf dem Platz, die alle bereit waren über sich hinauszuwachsen und alles für unseren LASK zu geben. Sie zwangen die Besiktas-Stars zu Fehlern, ließen diese nicht ins Spiel kommen und zwangen sie sogar dazu uns immer wieder mit Fouls zu stoppen. Auf den Tribünen kochte es von Beginn weg. Die Türken waren zwar laut, aber es war keineswegs ein Auswärtsspiel von uns. Da waren deutlich mehr die unseren, also den richtigen Schwarz-Weißen die Daumen drückten und sie auch lautstark anfeuerten. So etwas hast Du noch nicht gesehen – OK, OK ich nehme es schon zurück – habe ich noch nie gesehen beim LASK.

Nach 25 Minuten wurden die Türken deutlich ruhiger, da sie merkten, es wird nichts mit dem geplanten Kantersieg. Ein Weiterkommen hier in Linz setzt harte Arbeit voraus. Ich freute mich, als es nach 30 Minuten noch immer 0:0 stand und sinnierte schon darüber, dass auch ein 0:0 bereits ein Achtungserfolg wäre, obwohl ich innerlich noch immer spürte, dass an diesem Tag mehr möglich sein würde. Das spürten auch andere an diesem Tag, denn er Weg zur Kantine war frei – es stellte sich kaum jemand an – noch ganz anders als drei Wochen zuvor gegen Lilleström. Alle 14.000 waren auf das Spiel fokussiert.

Wir wurden auch belohnt, denn in der 41. Minute kam Joao Victor im Strafraum an den Ball und schob den Ball mit dem linken Fuß ins lange Eck. Der LASK führte plötzlich mit 1:0. Da löste sich etwas in mir, dass sich über Jahre angesammelt hatte. Ich konnte meine Bewegungen nicht mehr kontrollieren, war völlig außer Rand und Band und musste minutenlang nur hüpfen. War das wirklich wahr, oder würde ich träumen. Falls Zweiteres zutreffen sollte, dann würde ich niemals mehr aufwachen und einfach weiterträumen wollen. Dass es wirklich wahr war, realisierte ich nur kurz darauf, als Ranftl die Hundertprozentige Chance auf das 2:0 ausließ. Dass die gut 4.000 türkischen Fans auch im Stadion waren, konnte man zu diesem Zeitpunkt kaum wahrnehmen.

Das sollte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit aber ändern. Es gab dann doch ein paar Organisierte, die sich in der ersten Hälfte in Sektor 3 – also hinter dem Tor breitgemacht haben. Die wurden in der Pause von der Polizei in den Sektor 8 beordert. Das ist eigentlich der Auswärtssektor, den es an diesem Abend aber nicht gab und dann doch irgendwie zu einem solchen wurde. Wie auch immer – diese Personen schafften es, die anderen Besiktas-Fans noch einmal mitzureißen und die Stimmung anzukurbeln. Die LASK-Fans waren logischerweise in keiner Phase leiser geworden und so herrschte plötzlich ein richtiger, stimmungsvoller Europacupfight.

Dessen Höhepunkt war aber noch nicht erreicht, denn so 25 Minuten vor Schluss passierte es tatsächlich. Dominik Frieser brachte den Ball ein weiteres Mal im Netz unter und damit führte der LASK plötzlich mit 2:0. Zu diesem Zeitpunkt stand der LASK mit einem Bein im Play-Off und für die Star-Elf von Besiktas drohte die Europacupsaison bereits früh zu enden. Das Gefühl aus der ersten Hälfte wiederholte sich. Wieder konnte ich minutenlang nur springen und meine Gefühle nicht wirklich kontrollieren. Mir war zwar bewusst, dass der Weg noch ein weit sein würde, aber das Wunder war zum Greifen nah. Eine wirkliche Sternstunde in der Vereinsgeschichte des LASK – so schien es zumindest.

Die ersten Türken hatten bereits das Stadion verlassen, die restlichen noch anwesenden schon den Glauben an ihr Team verloren, als ich plötzlich zu zweifeln begann und den Satz „Es wäre so typisch LASK, wenn wir jetzt noch ein Tor bekommen würden“ aussprach. Keine 30 Sekunden später hatte Negredo den Ball ins Netz befördert. 90. Minute – erster Schuss auf das Tor des LASK und dennoch waren wir wieder die Idioten.

Leere, nichts als Leere verspürte ich nach dem Schlusspfiff und doch sagte mir irgendwas, dass ich jetzt nicht einfach gehen darf. Ein Gefühl, das auch viele andere hatten. Denn die meisten blieben im Stadion um die Mannschaft zu feiern, um sie aufzurichten, um ihnen zu zeigen, dass wir stolz auf sie sind.

Ja, Papa, es hat sich in diesem Moment wie eine Niederlage angefühlt, auch wenn wir mit 2:1 gewonnen haben. Das mag 1985 anders gewesen sein, weil es ja das Hinspiel war. Aber auch damals habt ihr einen Sieg gefeiert, der mit dem Rückspiel letztendlich in eine Niederlage mündete. Ich habe endlich meine Geschichte, die ich vom LASK erzählen kann. Eine heroische Nacht, in der ich dabei war. Ein (Meister)Titel fehlt zwar noch, aber wir wollen ja nicht unbescheiden sein.

Du hast Deine Geschichten, ich habe die Meinige. Was uns fehlt ist eine gemeinsame Geschichte. Die besteht nämlich hauptsächlich aus Zweitligajahren. Das Letzte, dass Du vom LASK mitbekommen hast war der Absturz in die Bedeutungslosigkeit – der Absturz in die Regionalliga.

So sitze ich nun alleine da, mitten in der Nacht wenige Stunden nach dem historischen Spiel und in meinem Kopf wechseln sich Frust und Stolz ab. Rauchen tu ich nicht mehr, das Bier ist kalt – was gut ist, denn Fernet hätte ich keinen hier. Wir haben schon ein schweres Los gezogen, indem wir LASK-Fans geworden sind.

Aber weißt Du, genau deswegen habe ich beschlossen diesen Moment dennoch zu genießen. Durch dieses Los haben wir gelernt, dass der Weg nach oben ein weiter ist, man aber schneller als man denkt, wieder in den Niederungen landet. Mein Gefühl sagt mir zwar, dass wir jetzt an dem Punkt sind, an dem wir länger oben bleiben – aber Garantie dafür gibt es keine.

Also: Schwarz und Weiß ein Leben lang! – Auf den LASK! – Prost!

 

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