im.fokus: Shawn Barry

„Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften", wir nehmen diese Behauptung mal als Anlass um eine weitere Ausgabe unserer im.fokus – Reihe einzuläuten. Schließlich warfen wir diesmal einen Blick auf einen ganz wichtigen Mann im Defensivverbund unserer Athletiker. Er gilt als die Sprintrakete im Team und lässt auch in der Luft wenig anbrennen, ich denke jedem ist klar, dass die Rede von Shawn Barry ist.

Der aus Florida kommende Defensivmann hat sich über die LASK Amateure in die Kampfmannschaft gespielt und ist von dort seit rund zwei Jahren kaum mehr wegzudenken. Zu Barrys Stärken zählen seine irrsinnige Schnelligkeit, seine Stärke bei Kopfballduellen sowie seine Torgefährlichkeit. Sieben Tore und fünf Torvorlagen in 84 Spielen ist ein durchaus beachtlicher Wert für einen Innenverteidiger. Blicken wir nun auf die Partie gegen den Kapfenberger SV und ich nehme es vorweg: Barry spielte eine unauffällige Partie, wobei es sehr wohl zu der ein oder anderen Abstimmungsschwierigkeit mit seinen Mannschaftskollegen kam. Doch alles der Reihe nach.

Karl Daxbacher schickte eine Abwehrformation ins Spiel, welche sich in dieser Saison schon des Öfteren bewährt hat. Die klassische 4er Kette wirkt nur auf den erste Blick klassisch, so verschiebt sich in Ballbesitz doch Einiges. Die beiden Außenverteidiger agieren sehr offensiv, so ist es oft die Aufgabe der Innenverteidigung diese Lücke zu schließen, wird über die rechte Angriffsseite gespielt, rückt Barry auf die rechte Außenverteidiger Position, Hieblinger übernimmt die Mitte und Erbek sichert die linke Seite ab. Marschiert Erbek nach vorne, verlagert sich das Ganze auf die andere Seite, Hieblinger außen usw....Hier funktioniert die Mannschaft gut, das Nachbesetzen der Positonen funktioniert durchaus so wie man es sich wünschen darf und die Außenverteidiger machen ihre Sache gut.

Hauptaufgabe der Defensive an diesem Abend war es wohl jedoch den Stürmerstar der Steirer zu neutralisieren. Mit Ronivaldo haben unsere Defensivakteure ja heuer schon des Öfteren Bekanntschaft gemacht. Immerhin traf der Brasilianer in drei Duellen mit unseren Athletikern ganze fünf Mal. Doch diesmal sollte nur wenig Gefahr von Ronivaldo ausgehen, eine Krankheit in der vergangenen Woche hatte den 25 jährigen etwas geschwächt. Vielmehr traf Kelvin Nwamora immer wieder auf Barry und lieferte sich mit unserem Innenverteidiger einige Kopfballduelle, es gab kaum Momente wo die beiden voneinander wichen. Bei den angesprochenen Kopfballduellen weist Shawn Barry eine ausgeglichene Bilanz auf, vier Kopfallduelle wurden gewonnen und ebenso viele verloren. Klassische Zweikämpfe hatte Barry selten zu absolvieren, über die gesamte Spielzeit haben wir nur einen „Boden-Zweikampf" registriert, welcher leider verloren ging. Zur Grätsche musste Barry nie greifen.

Auch bei den Pässen aus der Verteidigung heraus konnte Barry kaum Akzente setzen und wählte meist die sichere Variante. Das liegt wohl auch daran, dass der LASK sein Spiel vorwiegend über die Flügel aufbaut und Barry so gezwungen ist den Querpass zu seinem Mitspieler zu spielen. Diese Pässe werden in den meisten Fällen ohne viel Risiko gespielt, man möge sich vorstellen ein Querpass in der Verteidigung landet beim Gegner, deshalb ist die beinahe fehlerlose Passquote auch recht schnell erklärt. Von 45 flachen Pässen erreichten immerhin 85% einen Mitspieler. Wenn Barry mal den hohen Ball nach vorne versuchte, fand dieser zu 33,3% sein Ziel, nicht schwer zu eruieren wie viele Pässe Barry an den Mann brachte wenn er den Ball nur drei Mal hoch nach vorne spielte.
Nicht wenige Male versuchte Barry in den vergangenen Spielen schon mit dem Ball wichtige Meter in Richtung Offensive zu machen. Auch damit hielt sich der US Amerikaner diesmal vornehm zurück. Es dauerte bis zur 43. Minute als Barry erstmals bei einer Offensivaktion mit dem Ball am Fuß die Mittellinie überquerte. Dabei bediente er Daniel Kerschbaumer gut auf der rechten Seite, die Aktion brachte jedoch keinen erwähnenswerten Erfolg. In weiterer Folge fiel Barry vor allem bei einem Vorstoß in Minute 56 auf, als er den Weg am Flügel bis ganz nach vorne suchte und so einen Eckball herausholte. Torgefahr war jedoch auch bei diesem Versuch keine gegeben. Anders in Minute 60, als ein perfekt getretener Eckball den Kopf von Barry fand und dieser den Ball nur knapp über das Tor setzte.

Bezeichnend für die ein oder andere Abstimmungsschwierigkeit in der Defensive war jene Aktion in Minute 66 als ein Kapfenberger auf der rechten Angriffsseite seelenruhig Flanken konnte und seinen Mitspieler in der Schnittstelle zwischen den beiden Innenverteidigern fand. Die Chance wurde jedoch ähnlich stümperhaft vergeben wie noch drei bis vier weitere Großchancen der Gäste.

Fazit

Wir stellen Shawn Barry in dieser Partie eines solides „Befriedigend" aus. Wenig Auffälliges bedeutet für einen Defensivmann nicht unbedingt etwas Schlechtes. Barry wurde in wenige Zweikämpfe verwickelt. Symptomatisch dafür der Fakt, dass Barry nur einmal foulen musste, aber im Gegenzug nie gefoult wurde.
Wir sind auf jeden Fall froh, dass der LASK über einen Verteidiger mit seinen Qualitäten verfügt und denken, dass auch Shawn Barry, wie auch der Rest der Mannschaft, in der Winterpause wieder Kraft tanken wird um im Frühjahr wieder Top Leistungen abliefern zu können. Aber davor heißt es in Hartberg noch einmal zu null zu spielen.
Unsere Serie „im.fokus" verabschiedet sich schon jetzt in die Winterpause. Wir hoffen euch die ein oder andere interessante Spielerbeobachtung geliefert haben zu können und freuen uns schon auf eine Fortsetzung im Frühjahr.

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