Die Neuen im Portrait


Richtig munter drehte sich das schwarzweisse Transferkarussell in diesem Winter. Beim LASK gingen 5 Spieler (Thomas Fröschl (Ried), Almoez Abdulla (Lonesa), Assim Madibo (Lonesa), Felipe Dorta (Leihe nach Salzburg) und Sebastian Schröger (St.Martin/M.)und es kamen folgende 3 Spieler (zusätzlich zu den Spielern die von der SPG raufgezogen wurden) auf die  wir jetzt einen genaueren Blick werfen werden. 
 
 
Dimitry Imbongo Boele
 
imbongo Vom Kapfenberger SV kommt Dimitry Imbongo Boele. Der 25jährige Stürmer  mit französischer und kongolesischer Doppelstaatsbürgerschaft soll dabei helfen,  die  Chancenauswertung im Gegensatz zum Herbst endlich herzeigbar zu  machen.
 
 In der Jugend spielte Imbongo in Frankreich bei Nanterre bevor er in den  Nachwuchs von 1860 München wechselte.
Im Mai 2009 hatte er seinen ersten Einsatz für die Amateur-Mannschaft von 1860 in der deutschen  Regionalliga Süd. Im letzten Spiel der Saison, einem Auswärtssieg bei  Hessen Kassel, wurde er in der 90. Spielminute eingewechselt.
 Nur 18 Minuten zuvor hatte ein gewisser Philipp Hosiner das Feld verlassen, der es mittlerweile zu Peter Stögers 1.FC Köln in die Bundesliga geschafft hat.
 
In seiner ersten vollen Saison bei den 1860 Amateuren wurde Imbongo in der Hälfte aller Spiele eingewechselt. Im Jahr darauf kam er bereits zu wesentlich mehr Einsätzen  und wechselte eine Liga höher zum SV Darmstadt 98.
Bei Darmstadt kam Imbongo nur auf einige wenige Kurzeinsätze und blieb ohne Torerfolg. Zum Saisonende wechselte er in die USA zu New England Revolution.
Da in der Major League Soccer die Saison nicht auf Herbst und Frühjahr aufgeteilt ist, sondern innerhalb eines Kalenderjahres ausgespielt wird, entfiel für ihn die Sommerpause und er stieg 2012 während der Saison ein.

In den 14 ausständigen Spielen wurde er 9 mal eingewechselt und konnte den Führungstreffer zum 2:0 Sieg gegen Columbus Crew beisteuern. Trotzdem beendete New England die Eastern Conference auf dem vorletzten Platz und war für die Playoff Runden nicht qualifiziert.
 
Im Laufe der Saison 2013, die für New England wesentlich besser lief, kam Imbongo vor allem gegen Saisonende zu immer mehr Einsätzen. Diesmal wurde der 4.Platz erreicht. In den Playoffs war aber schon nach einer Runde Schluss.
2014, als New England bis ins Finale um die Meisterschaft vorstoßen konnte, durfte Imbongo nur noch zwei Kurzeinsätze bestreiten.
 
Unmittelbar nach Saisonende wechselte er zu Colorado Rapids, setzte seine Reise allerdings noch während der Winterpause in Richtung Kapfenberg fort.
Bei unserem Ligakonkurrenten aus der Obersteiermark wurde er im Frühjahr noch hin und wieder für die 2. Mannschaft herangezogen, im letzten Herbst war es dann aber soweit und Dimitry Imbongo erspielte sich den ersten Stammplatz seiner Karriere.
Die finanziellen Nöte des Kapfenberger SV zwangen den Klub allerdings dazu, Spieler abzugeben und da Thomas Fröschl gerade dabei war den LASK Richtung Ried zu verlassen, war ein Wechsel nach Linz die logische Konsequenz.
Seine ersten 20 Minuten in Schwarz-Weiß durfte Dimitry bereits im Cupspiel gegen die Austria bestreiten, vorerst aber noch ohne Torerfolg.
 
In Imbongo Boeles bisheriger Karriere stellt die vergangene Herbstsaison was Einsatzzeiten betrifft den bisherigen Höhepunkt dar. Auch, dass er Tore schießen kann hat er in Kapfenberg schon gezeigt. Gut möglich, dass in der Ersten Liga auf einem Niveau Fußball gespielt wird das es ihm ermöglicht, seine Fähigkeiten zu entfalten. Sollte er wirklich einschlagen und die Tore machen die im Herbst ausgelassen wurden, dann könnte er derjenige sein der den Unterschied zwischen Aufstieg und Nicht-Aufstieg ausmacht. Aber auch wenn er von der zweiten Reihe aus unseren anderen Stürmern „im Genick sitzt“ und sie zwingt, Höchstleistungen zu bringen um ihren Platz in der Startelf zu behalten, kann man von einem durchaus gelungenen Transfer sprechen.
 
Philipp Huspek
 
huspek 
Philipp Huspek wird bis Saisonende von Rapid Wien ausgeliehen.

Die erste Station in seiner Jugend war der Verein seiner Heimatstadt   Grieskirchen. Über den SV Wallern kam er dann in die Akademie der    SV Ried.
Seine ersten Einsätze für die Kampfmannschaft der Innviertler hatte er im Frühjahr 2009. In den ersten eineinhalb Jahren durchlief Huspek eine gute Entwicklung  und kam zu immer mehr Einsätzen.
Im Herbst 2010 wurde er aber von einer langwierigen Adduktorenverletzung zurückgeworfen und kam im Frühjahr 2011 hauptsächlich bei den Ried-Amateuren in  der OÖ-Liga zum Einsatz.
 
Nach der Saison wechselte er zu Blau-Weiß Linz. Der kleinere der Linzer Klubs war gerade aus der Regionalliga in die Erste Liga aufgestiegen und freute sich auf Spiele gegen sein großes Vorbild, einen Klub aus der Stahlstadt der es zu außergewöhnlicher Beliebtheit und einer ruhmreichen Geschichte gebracht hat. 
Auch Huspek hatte die Ehre in allen vier Spielen gegen den LASK auf dem Feld zu stehen und durfte einmal sogar den Ausgleich vorbereiten. Eine Jugendsünde die wir ihm bei entsprechenden Leistungen gerne verzeihen wollen.

Philipp war zunächst nur an Blau-Weiß verliehen, wurde jedoch für eine weitere Saison fix übernommen. In beiden Jahren war er durchgehend Stammspieler.
War in der Saison 2011/12 noch der sechste Platz erreicht worden, war 2012/13 wieder ein Schritt Richtung natürliche Ordnung der Dinge: Einmal mehr folgte die Mannschaft aus dem Donaupark ihrem großen Vorbild in eine andere Liga.
Philipp Huspek ging diesen Schritt nicht mehr mit sondern setzte seinen persönlichen Erfolgsweg beim SV Grödig fort. Die Flachgauer waren gerade in die Bundesliga aufgestiegen und spielten eine sensationell erfolgreiche Saison in der sie sich sogar für den internationalen Bewerb qualifizierten.
Huspek war die ganze Saison über Stammspieler und leistete mit 5 Toren und 11 Assists einen entscheidenen Beitrag zu diesem Erfolg.
Damit war er an dem Punkt angelangt an dem er mit der SV Ried hätte weitermachen können, hätte es diese unselige Verletzung nicht gegeben.

Auch in der zweiten Saison in Grödig hatte Huspek einen Stammplatz. Der Erfolgslauf wurde mit dem Sieg in der 2. Europa League Qualifikationsrunde fortgesetzt, Gegner war der FK Cukaricki aus Belgrad. Eine Runde später war dann aber gegen Zimbru Chisinau Schluss.

Für die Saison 2015/16 wechselte Philipp zu Rapid Wien. Nachdem er sich zunächst keinen Stammplatz erspielen konnte, wurde er dann auch noch von einer erneuten Verletzung, dieses Mal an der Wirbelsäule zurückgeworfen.
Anstatt es in dieser Situation weiter bei Rapid zu versuchen zog er es vor, eine Liga tiefer zu wechseln, wodurch ein Leihvertrag mit dem LASK zu Stande kam.

Philipp Huspek ist ein Flügelspieler der offensiv sowohl links als auch rechts eingesetzt werden kann. Diese Positionen sind zwar beim LASK mit Drazan und Kerhe gut besetzt, jedoch muss man immer mit Verletzungen, Sperren oder Formschwankungen rechnen. In so einem Fall könnte Huspek seine Chance bekommen und nutzen. Nach seinem erneuten Verletzungspech wäre es ihm zu wünschen, hat er doch auch schon nach seiner ersten Verletzung bewiesen, dass er sich zurück kämpfen kann. Seine Anwesenheit in Linz könnte sich aber auch so auswirken, dass Drazan und Kerhe alles daran setzen, Formschwankungen zu vermeiden und weiterhin Höchstleistungen zeigen.
Beide Szenarien würden jedenfalls den LASK dem Aufstieg näher bringen.
 
Philipp Wiesinger 

wiesinger Philipp Wiesinger
wird bis Saisonende vom FC Liefering ausgeliehen.
 
 Der 21jährige kam vom FC Puch in die Nachwuchsakademie von Red Bull  Salzburg. Im Mai 2012 stand er erstmals für die Red Bull Juniors in der  Regionalliga auf dem Platz.

 In der Saison 2012/13 war er bereits Stammspieler bei der neu gegründeten Spielgemeinschaft der Red Bull Juniors mit dem FC Anif und wurde 2013/14 zum FC Liefering versetzt, der soeben in die Erste Liga aufgestiegen war.
Dies verleitet zu einem kurzen Exkurs in das verwirrende Vereinsgeflecht von Red Bull bis zur Saison 2015/2016:
 
FC Liefering war früher der USK Anif. Nachdem in der Ersten Liga keine Amateurteams mehr spielen dürfen, Red Bull aber trotzdem so gern eine zweite Mannschaft dort hätte wurde kurzerhand der USK Anif gekauft und in den FC Liefering umgewandelt. Dieser ist laut Vereinsstatuten von Red Bull Salzburg unabhängig, spielt aber in gleich designten Dressen im selben Stadion und hat mit Salzburg eine gefühlt unendliche Anzahl an Kooperationsspielern.
Außerdem können Spieler von einer Saison auf die andere zu einem anderen Red Bull-Klub versetzt werden. Offiziell ist das ein normaler Transfer, Geschichten wie die Versetzung von Marcel Sabitzer zu Leipzig weisen jedoch auf eine wesentlich geringere Mitsprachemöglichkeit der betroffenen Spieler hin.

Gleichzeitig gibt es immer noch die „echten“ Red Bull Juniors und einen neuen Verein in Anif, den FC Anif. Diese beiden Teams gingen 2012/13 eine Spielgemeinschaft ein von der eben Wiesinger
zum FC Liefering „hochgezogen“ wurde. Oder eben „transferiert“, je nachdem wie man zu Red Bull steht. Jedenfalls hat er dann dort gespielt.
 
So war die Lage bis zum Saisonstart in diesem Jahr. Denn seit heuer wurde die SPG aufgelöst und und Anif tritt wieder als unabhängiger Verein auf. Red Bull führt offiziell keine Amateurmannschaft mehr und zahlt stattdessen ein Strafe an die Bundesliga.
 
Philipp Wiesinger hatte beim FC Liefering immer einen Stammplatz und war im letzten Jahr sogar Mannschaftskapitän. Das ist eine ziemlich gute Referenz, denn egal was man von den Red Bull Methoden halten mag, diese Klubs sind das infrastrukturelle Nonplusultra in Österreich und das teuerste und exklusivste, das sich hierzulande irgendjemand leistet.
 
Umso erstaunlicher ist es für mich, dass Wiesinger tatsächlich abgegeben wurde, wenn auch vorerst nur für ein halbes Jahr. Beim LASK muss man sich jedenfalls von ihm erwarten, dass der linke Verteidiger die eh schon ziemlich gute Abwehr noch weiter verbessert und dass es Erbek und Ullmann im Frühjahr deutlich schwieriger haben, zu Einsätzen zu kommen.
Leider hat Philipp in der Vorbereitung sämtliche Testspiele aufgrund einer Verletzung verpasst. Bleibt nur zu hoffen, dass es nichts schlimmes ist und dass er bald wieder gesund ist und sich dann schnell in die Mannschaft integrieren kann.
 
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