Ein Tag für die Geschichtsbücher!

Der kommende Donnerstag wird speziell, egal wie die Partie gegen die übermächtigen schwarzen Adler enden wird. Dieser Tag wird die Belohnung sein für viele Momente voller Wut, für viele Momente voller Schmerz und für viele Momente in denen man Geduld beweisen musste.
Nach all diesen Qualen und den kurzen, zwischenzeitlichen Höhenflugen der letzten zwei Jahrzehnte, empfinde ich derzeit einfach nur Genugtuung. Wir empfangen ein Team, das letztes Jahr im Champions-League-Achtelfinale gegen die Bayern verloren hat. Ein Team das es sich leisten kann, Spieler direkt von Real Madrid abzuwerben. Ein Team das in der europäischen Spitzenklasse mitspielt.
 
Teams dieser Größenordnung haben in den vergangenen Jahrzehnten nur als Testspielgegner in Linz gastiert. Nun empfängt man diese Mannschaft in einem Bewerbspiel, in dem man nach dem Hinspiel noch realistische Chancen auf ein Weiterkommen hat. Selbst beim Schreiben dieser Zeilen kann ich es immer noch nicht fassen.
 
Vor rund 15 Jahren war es für mich das absolute Highlight mit dem Sonderzug zu den Austria Amateuren zu pilgern, um dort zu sehen wie Altach im Fernduell den Aufstieg fixieren konnte.
Im Jahr darauf war es dann aber so weit. Der große Traum vom Bundesliga-Aufstieg wurde Realität, ich konnte mein Glück kaum fassen. Es folgte eine Saison, die dem Aufstieg die Krone aufsetzen sollte, doch leider fehlte der Krone der Glanz. Die Hoffnung auf den internationalen Startplatz wurde durch den Abgang Karl Daxbachers und der damit verbundenen Unruhe zu Nichte gemacht. Dennoch durfte man eine grandiose Saison bejubeln.

Nach all den Qualen in den frühen Jahren der 2000er Jahre konnte ich nicht glücklicher sein. Ehrlich. Man hat in diesem Moment der Freude sogar unseren Lieblings-Welser ertragen. Zu groß war sie, die Liebe zu unserem ASK und Liebe macht ja bekanntlich blind.
Jahr für Jahr ging es ab nun bergab, bis man schlussendlich wieder abstieg. Absteigen war kein neues Gefühl und trotzdem war es schmerzhaft. Der Schmerz und die Wut stiegen gleichermaßen ins Unermessliche als man keine Lizenz für Österreichs Profiliegen erhielt.
Der Verein stand vor dem Aus. Ein wichtiger Teil meines Lebens schien das Zeitliche zu segnen.

Plötzlich war es auch nicht mehr zu ertragen. Diese Wut, dieses Unverständnis und diese Leere. Zum ersten Mal in meinem Leben fragte ich mich, was mich eigentlich noch beim LASK hält, quälende Gedanken, die man eigentlich in dieser Form nie haben wollte.
Aufgeben stand jedoch nie zur Debatte – gemeinsam durch Dick und Dünn, so lebten es auch damals die Mannschaft und wir Fans zu diesem Zeitpunkt vor. Das war es, was Hoffnung machte und was dem LASK damals das Überleben sicherte. Am Ende sollte sich dieser unbändige Überlebenswille bezahlt machen.

Die Übernahme durch die „Freunde des LASK“ war die Folge. In fast romantischem Ausmaß gelang es, aus dem krisengebeutelten Kultklub einen Vorzeigeverein zu formen. Wirtschaftlich hat man sich konsolidiert, kann jährlich Schritt für Schritt sein Budget steigern und sportlich erklimmt man Höhen, von denen man nicht mal träumen durfte.
Diesmal ist auch jedem bewusst, dass dieser Höhenflug kein kurzes Intermezzo sein wird. Der LASK wird nachhaltig zu Österreichs Top-Klubs zählen, ohne Diskussion.

Nicht einmal in meinen entferntesten Gedanken durfte ich an diesem 24.12.2013 davon träumen, dass man keine fünf Jahre später auf eine derart rasante, positive Entwicklung zurückblicken wird können.
Es mag vielleicht Spiele gegeben haben, die der Entwicklung unseres Vereins nachhaltig mehr geholfen haben, aber rein aus emotionaler Sicht wird diese Partie gegen Besiktas jene sein, die mich am meisten bewegt.
Einfach weil ich weiß welche Tiefpunkte der Verein in den letzten 20 Jahren zu meistern hatte und weil ich weiß wie hart wir alle an diesem Traum gearbeitet haben.
Nun wird er real, dieser Traum.
 
Am Donnerstag erwartet uns alle die Belohnung für diese vielen Momente, die nur selten gut waren, die uns aber geprägt haben und den LASK so speziell machen. Es erwartet uns eine Atmosphäre auf der Gugl, die elektrisierend und fesselnd sein wird.
Kurzum: dieser Moment wird groß. Die Stimmung wird schon lange vor Spielbeginn aufgeheizt sein und den Jungs auf dem Rasen wird das Adrenalin aus allen Adern schießen. Genauso wie den Jungs und Mädls auf den Rängen.
 
Voigas für unsere Farben – Voigas für unseren Traum!
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