Auf WIEDERsehen Pavao!

Es traf mich wie ein Keulenschlag, als ich am Montag die Nachricht von deinem Wechsel nach Wolfsburg gelesen habe. „Das muss eine Zeitungsente sein“, dachte ich. Pavao kann uns doch nicht verlassen. Nicht jetzt, wo wir doch gemeinsam durch harte und schlimme Zeiten gegangen sind. Du warst in den letzten Jahren der Leuchtturm in einem Verein, der am Abgrund gestanden ist. Du warst, nein BIST ein Kapitän und Anführer, wie er sein sollte. Als die Mannschaft in den dunklen Zeiten unter „dem Unausprechlichen“ kein Gehalt bekommen hat, warst du einer der Spieler, die das Team zusammen gehalten haben und voran gegangen sind. Und jetzt, wo wir das ultimative Ziel gemeinsam erreicht haben, verlässt du uns. Jetzt, wo wir in der neuen Saison im Europapokal spielen werden, geht der Kapitän von Board?? Nein, das durfte einfach nicht sein – so waren meine Gedanken.
 
Als ich mich aus der Schockstarre befreit hatte, freute ich mich aber dann für dich. Ich verfolge deine Karriere ja nun schon ein paar Jahre und ich kann mich noch ganz gut an deine Anfänge beim LASK erinnern. Als du Teil der LASK Amateure warst, ein Teil einer Meistermannschaft in der Regionalliga Mitte. Auf den Tribünen ging immer wieder ein Raunen durch die 200 Zuschauer, wenn der Ball in deine Richtung per Rückpass oder dergleichen kam. Nein, der Ball war für deinen Fuß am Anfang eher Feind als Freund und auch ansonsten strahltest du nicht die Ruhe aus, die man von einem Stammgoalie erwartet. „Aus dem wird nix mehr. Der kann nix. Was woi ma mit dem.“ ätzten wir Kibitze auf den Rängen – und ich nehme mich hier absolut nicht aus. Doch wir alle unterschätzten deinen Willen. Deinen Willen, dich zu verbessern. Deinen Siegeswillen, deinen Willen zum Aufstieg … Und ich bin froh darüber, dass wir hier durch die Bank falsch lagen.
 
Nun, diese Zeit ist lange vorüber. Du hast dich von diesem Tormann zu einem absoluten Spitzenmann entwickelt, der sogar mehr als verdient eine Einberufung ins Nationalteam bekommen hat. Der jetzt dem Ruf der deutschen Bundesliga folgt. Auch wenn es vorab einmal nur als „Nummer 2“ nach Wolfsburg geht. Wir werden dich nicht noch einmal unterschätzen und ich bin mir sicher, dass du alles daran setzen wirst, auch dort die Nummer 1 zu werden. Ich freue mich für dich, dass dir der Verein bei diesem Wechsel keine Steine in den Weg gelegt hat und dass du jetzt in den großen Stadien in Deutschland spielen wirst. Und das wirst du, anstatt nach Hartberg, Wolfsberg oder Mattersburg zu gondeln.
 
Ich will jetzt nicht an all die großen Schlachten erinnern, die du für unseren LASK geschlagen hast. Ich bin mir sicher, dass alle, die diese Zeilen lesen, wissen, was du alles im Tor unseres Vereins gehalten hast. Ich will einfach nur DANKE sagen.
 
Ich möchte dir DANKE sagen für alles, was du für den LASK geleistet hast.
Ich möchte dir DANKE sagen, dass du für uns von „seit1908.at“ immer für Interviews zur Stelle warst.
Ich möchte dir DANKE sagen, dass du für uns bei „seit1908.at“-Veranstaltungen da warst.
Ich möchte dir DANKE sagen, dass du immer ein offenes Ohr für alle Fans hattest.
Ich möchte dir DANKE sagen für so vieles, aber das würde hier einfach den Rahmen sprengen.
 
Ich finde es etwas schade, dass ich dir jetzt nicht mehr meine kleine Tochter vorstellen kann. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dein Vertrag läuft ja „nur“ drei Jahre und ich bin mir sicher, dass du in Zukunft noch einmal in unseren Farben auflaufen wirst und dann werde ich der kleinen Greta, die dann 3 Jahre alt sein wird sagen, „Schau da Pavao. Das ist ein Vorbild. So wie er, solch einen Kerl, darfst mir gern als Schwiegersohn nach Hause bringen.“
 
Ich wünsche dir ALLES ERDENKLICH GUTE für deine nächsten Jahre in Wolfsburg und ich freue mich auf ein WIEDERSEHEN - dann im neuem „LASK Stadion“, wenn du wieder für den LASK die Bälle halten und 1908% für uns geben wirst.
 
PS: Und wenn ich es ganz genau nehme, sind wir ja jetzt sogar Arbeitskollegen. Zumindest haben wir den gleichen Arbeitgeber. Aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema.
 
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