Pyro ist geil – ABER …

Ich mag Pyrotechnik – sehr sogar. Ich mag es, wenn es in den Kurven brennt. Pyrofackeln erzeugen eine ganz eigene Stimmung, die den Fans so richtig einheizt und zeigt, dass sie für ihren Verein „brennen“. Pyrotechnik ist in den Händen von Leuten, die sich damit auskennen, ein Stilmittel, das eigentlich in jedem Spiel eingesetzt werden sollte. Leider ist der Gesetzgeber dagegen und hat die Fackeln, und alles was dazu gehört, verboten. Die Zuständigen beschäftigen sich einfach nicht mit der Materie – mit dem Fan-Dasein. Sie differenzieren nicht zwischen Pyrofackeln, Böllern, etc ... - für sie ist alles gleich BÖSE – wenn es in Fußballstadien angezündet wird. Wenn aber auf den Skipisten von Schladming bis Kitzbühel, auf den Skisprungschanzen der „4 Schanzen Tournee“ die Fackeln brennen, dann zählt das zur unglaublich tollen Stimmung, mit der sogar auf Werbeplakaten und im TV geworben wird. Die TV-Kommentatoren überschlagen sich mit Huldigungen der "ach so tollen" Fans.
Wenn die gleichen TV-Kommentatoren und Politiker dann eine Fackel in einem Stadion brennen sehen, wird gleich von „unverbesserlichen Idioten und Hooligans (WTF?!?!)“ gesprochen.
Jeder darf sich dazu seinen eigenen Reim machen.
Ich nenne das Scheinheiligkeit.
 
Doch die Front gegen „Pyro“ im Stadion bröckelt ein bisschen. Bei einigen Vereinen - wie eben in Tirol oder auch den Grünen aus Hütteldorf - ist Pyro, zumindest teilweise, erlaubt und wird geduldet. Hinter diesen Fangruppierungen lag ein langer Weg von Verhandlungen mit Behörden, Vereinen, etc … Natürlich müssen sich die Fans dabei an gewisse Regeln halten. Das schaut zwar nicht immer geil aus, aber immer noch besser wie gar keine Pyro.
Auch in Linz wurde hinter den Kulissen daran gearbeitet, dass wir wieder Pyro zünden hätten dürfen. Doch diese Verhandlungen werden wohl nach gestern wieder eingestellt.
Das, was gestern ein paar Idioten aufgeführt haben, ist wieder mal komplett hirnbefreit.
Das Motto der „Choreo“ von Freitagabend war „Adi“ gewidmet. Er ist letzte Woche leider seiner „Krankheit“ erlegen. In einem „Abschiedsbrief“ wurde ihm hier an dieser Stelle bereits die Ehre erwiesen. Am Freitag sollten nun ein letztes Mal für ihn die Feuer brennen. Zahlreiche Fans hatten in den letzten Tagen ein richtig geiles Transparent angefertigt. Kurz nach Spielbeginn wurde es entrollt und die beiden Fackeln in seinen Händen gezündet.
 
Ausgeschaut hat das alles richtig toll. Doch wurde die Arbeit von vielen leider durch die Dummheit von wenigen ins schiefe Licht gerückt. Denn ein paar unverbesserliche Koffer hatten sich wieder nicht unter Kontrolle und wollten sich mit dem Werfen von Fackeln auf den Rasen profilieren oder was auch immer (ihre Dummheit unter Beweis stellen?).
Das dabei unser Tormann und Kapitän Pavao Pervan beinahe getroffen und verletzt wurde, war diesen, um es in der Sprache eines Krone-Journalisten zu sagen, „Fußball ANAL-phabeten“, scheiß egal.
Natürlich musste das Spiel danach unterbrochen werden, damit wieder etwas Ruhe einkehren konnte.
 
Das Gesprächsthema in den Medien war nun nicht mehr die geile Choreo – sondern der Spielabbruch, provoziert durch "DIE LASK"-Fans.
Also haben einige wenige wieder einmal ein schlechtes Licht auf die Mehrheit der LASK-Fans geworfen und haben die Arbeit von vielen zerstört.
 
Dazu haben sie natürlich Wasser auf die Mühlen derer gegossen, die sowieso Pyro zur Gänze aus den Kurven verbannen wollen. Diese Aktion schadet somit nicht nur den LASK-Fans, sondern vielen anderen Fans in Österreich. Dazu erwartet den Verein, dessen Fans sie angeblich sind, eine deftige 5-stellige Strafe von der Bundesliga.
 
Ich hoffe, dass die Verantwortlichen dafür ausgeforscht werden und mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden. Sie sollen in den nächsten Jahren kein Stadion mehr von innen sehen dürfen.
 
Um noch einmal zum Anfang zu kommen. ICH FINDE PYRO GEIL und hoffe, dass es bald wieder mehr in den Kurven brennt. Solche Aktionen wie gestern gehören aber, und wenn es der Gesetzgeber nicht schafft, auch von den eigenen Leuten in der Kurve bereinigt. Denn am Ende sind sie es, die unter den Repressalien des Gesetzgebers zu leiden haben.
 
 
Anmerkung: Diese Beitrag ist die persönliche Meinung von Christian Zeintl und muss nicht mit der Meinung von "seit1908" übereinstimmen.
  • Doppler Christoph

    Christian, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Wenige "Fans" Schaden dem Verein und sich selbst enorm!!! Diese Leute haben im Stadion nichts verloren.

    gepostet von Doppler Christoph Sonntag, 06. März 2016 13:24 Kommentar-Link
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