Wenn manche Erwartungen nicht erfüllt werden

Der Saisonstart des LASK war alles in allem mit 8 Punkten aus 6 Partien akzeptabel. Trotz alledem mehren sich in sozialen Netzwerken kritische Stimmen, die zig Verfehlungen der Kaderpolitik, unfähige Offensivkräfte oder  Wenn man so die Jammerei durchliest, warum wir schlecht spielen, einen schwachen Kader haben oder lauter unfähige Stürmer und bis dato ein schwacher Aufsteiger seien, kann einem durchaus übel werden. Man fragt sich ganz ehrlich, welche Erwartungen manche Fans an eine Mannschaft gestellt haben, bei denen der Großteil noch nie in der höchsten Spielklasse gespielt hat.

Er ist wieder da - WIR sind wieder da!

Der Traditionsklub aus Linz ist wieder da wo er hingehört. Schwierige Zeiten hat der LASK hinter sich, doch das ist Geschichte! Wir haben vom 15jährigen A. Wurzinger einen Blog erhalten, in dem er schildert, wie er die letzten Jahren erlebt hat. Natürlich möchten wir euch seine Gedanken nicht vorenthalten. 
  
 

Dein Abo – ein Stück vom LASK-Glück

Die vergangenen Tage und Wochen waren geprägt von sehr schönen Feierlichkeiten, die gezeigt haben, dass es im Leben des LASKlers auch schöne Zeiten geben kann. Nachdem sich jetzt der Feier-Nebel ein wenig gelichtet hat, schauen wir nach vorne und beschäftigen uns mit einem Thema, das bei allen positiven Entwicklungen in dieser Saison hintergehinkt ist – das Zuschauerinteresse.

Muss es erst Schwerverletzte geben?

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Es war alles angerichtet. Cup-Halbfinale, das Duell zweier Traditionsteams. Ein neues Stadion, gefüllt mit 18000 Fans aus beiden Fanlagern. Natürlich waren wir LASK-Fans in der Unterzahl, aber 2000 an einem Mittwoch - nach Jahren in den Niederungen des österreichischen Fußballs - sind dann doch mehr als beachtlich. Nur leider konnten nicht alle der 2000 LASK-Fans das Spiel von Beginn an verfolgen. Gut 500 von ihnen, auch der Autor dieser Zeilen, standen vor dem Stadion und konnten teilweise erst 20 (!) Minuten nach Spielbeginn ins Stadion kommen, obwohl man bereits knapp 45 Minuten vor (!) Spielbeginn am Stadion eintraf. Was war der Grund dafür? Und was passierte da eigentlich?
 
Wir kamen mit dem Sonderzug - aufgrund eines technischen Gebrechens - zirka 30 Minuten verspätet am Bahnhof an. Durch eine Spalier von Polizei und Rapid-Fans erreichten wir dann zirka 40 Minuten vor Anstoß das Allianz-Stadion. Am Vorplatz vor dem Einlass war bereits ein große Anzahl von LASK-Fans, die nun um 700 weitere Personen vergrößert wurde (dazu noch zwei Busse des LASKler-Fanclubs, u.a. mit LASK-Ehrenpräsident Fürst Starhemberg, der sich später sogar selbst über das Gerüst in Sicherheit bringen musste).
 
Ich frage mich ja, wenn ich ein neues Stadion für 20.000 Leute baue und einen Gästesektor für 2000 Leute schaffe, warum baue ich für diesen Gästesektor nur eine Schleuse mit nur drei Drehkreuzen ein, die sich auch noch vor diesen Drehkreuzen extrem verengt. Vor dieser „Schleuse“ war ein Metallgerüst aufgebaut, das die Fans „ordnen“ sollte. Die Fans sollten sich in Schlangenlinien in Richtung Schleuse bewegen. Ein Prinzip, wie wir es alle von diversen Flughäfen kennen. Nur war dieses Gerüst zum Zeitpunkt des Eintreffens der Fans aus dem Sonderzug schon komplett überfüllt - man könnte auch sagen, es gab zu wenige "Spuren". Vom Ordner am Eingang zum Gerüst wurden auch keine Anstalten gemacht, mal den Nachschub zu unterbrechen. Dem mache ich aber noch die kleinsten Vorwürfe.
 
Nun drängten also auch noch die Neuankömmlinge vom Bahnhof in Richtung Eingang nach. Und von nun an ging gar nichts mehr weiter. Die Fans wollten natürlich ins Stadion rein, die Ordnungskräfte ließen sich Zeit und schon wurde das Gedränge immer mehr. Man konnte nicht mehr nach vorne und auch nicht mehr nach hinten. Zahlreiche Fans kletterten auf das Gerüst, um dem Gedränge zu entrinnen, doch viele waren nicht in der glücklichen Lage, auf die Stangen zu steigen. Es wurde langsam immer enger und langsam wurden die Leute mehr als unruhig - es ging drunter und drüber. Umfallen konnte man ja aufgrund der Enge nicht, aber wenn da Kinder im Gedränge gewesen wären, hätte es für die durchaus „knapp“ werden können. Das Geschiebe wurde immer schlimmer und es war fast nicht mehr zum Aushalten.
 
Nach quälenden Minuten, die uns wie Stunden vorkamen, kam man dann endlich dem Eingang ins Stadion näher, nur um entsetzt feststellen zu müssen, dass nicht alle Eingänge geöffnet waren. Nach Rückfrage bei der Polizei, warum denn „Herrschaftszeiten“ nicht alle Eingänge offen waren, damit die Leute schneller ins Stadion können, wurde man von der Polizei an Rapid verwiesen. Laut Polizei hatten sie den Verein gebeten, den Eingang zu öffnen, waren aber bei den Verantwortlichen abgeblitzt – Grund dafür habe ich keinen erfahren. Natürlich wäre es auch mit einem weiteren offenen Eingang zu Gedränge gekommen, aber Zustände, wie sie am Mittwochabend herrschten, wären durchaus zu verhindern gewesen.
 
Ich kann es mir aber denken. Hier sollten gezielt Gästefans gefrotzelt werden. Bei der Austria am Sonntag und vor Jahresfrist bei Sturm sollen ähnliche Verhältnisse geherrscht haben.
 
Lernfaktor daraus ==> NULL!!
 
Es ist nur den LASK-Fans zu verdanken, dass diese selbst in der Not fast ruhig blieben und es zu keiner Panikreaktion gekommen ist – auch wenn es knapp war. Ich frage mich: Was veranlasst Rapid zu solchen Aktionen? Warum nimmt man ja fast schon bewusst Verletzte in Kauf?! Ich kann mir das nicht erklären. Könnt ihr das? Eigentlich sollten die Hütteldorfer (überspitzt gesagt) angezeigt werden – Grund: 1500-fache Körperverletzung. Ich bin sicher nicht der Einzige, den heute einige Knochen schmerzen und der auch in der Nacht noch nicht ganz verarbeitet hatte, was da alles vor dem Allianz-Stadion passieren hätte können.
 
Muss es erst Verletzte oder Schlimmeres geben, damit Rapid für solch eine Aktion zur Rechenschaft gezogen wird, oder haben die Herrschaften eigentlich Narrenfreiheit im Umgang mit ihren „Gästen“? Dieses verantwortungslose Handeln der Grün-Weißen gehört streng sanktioniert. Oder wollen sie wirklich warten, bis es die ersten "erwischt"? Ich hoffe nicht.

Ein wehmütiger Blick zurück - ein freudiger in die Zukunft

In Wahrheit ist das Fußball-Trainer-Leben ganz schlimm. Eine Saison dauert mit ihren  Höhen und Tiefen ganz lange und gleichzeitig geht sie so rasant schnell vorbei. Man versucht langfristig zu planen und weiß selbst im April nicht mal, was man im Juni macht – eigentlich ein typisches Spiegelbild unserer Zeit.
 
Für mich persönlich, da möchte ich etwas ausholen, war es eine persönliche Geschichte, warum ich mein Engagement nach nur einem Jahr wieder beendet habe. Das Jahr beim LASK war echt toll und, obwohl ich ein heimlicher Casino/Wüstenrot/Austria Salzburg-Sympathisant bin, bin ich mittlerweile zum LASK-Fan geworden. Entscheidend war halt einfach die Zeit die drauf geht (Thema Fahrerei und Stau) und der fehlende Nervenkitzel. Es ist, trotz der ganzen Romantik (Mythos LASK), einfach auch wieder was anderes, seine Spiele vor 300-500 Zusehern zu bestreiten und um Abstieg, Aufstieg usw. zu kämpfen – dazu nachher einfach auch die Gesellschaft zu genießen.
 
Respekt möchte ich aber auch nochmals meinen Kollegen und generell dem Oliver zollen, denn die machen, trotz der Umstände (Infrastruktur usw.),  echt einen sehr engagierten und bemühten Job und, was mir persönlich taugt, zu einigen hat sich auch eine gewisse Freundschaft und nach wie vor ein reger Austausch ergeben, wovon wir im beiderseitigen Interesse profitieren.

Das Potenzial, welches im LASK schlummert, ist echt enorm und vor allem getragen und gestützt durch Fußballromantiker (u.a. Günther Waldhör ;)), die so viel Herzblut investieren und in Wahrheit einen Verein wie den LASK nie aussterben lassen. Die Investitionen der „Freunde des LASK“ sind ja auch „nur“ getragen durch persönliche Sympathie dem LASK und seiner Geschichte gegenüber und diese Sympathie wurde irgendwann einmal ausgelöst und wird übertragen und gewissermaßen vererbt – sehr philosophisch und romantisch, aber genau dies macht den/die Traditionsverein/e bzw. „unseren“ LASK aus – HERRLICH!
 
Mit den Jungs bin bzw. bleibe ich weiterhin in Kontakt und werde mir auch, wenn es meine Zeit erlaubt,  einige Spiele ansehen (1 ½ konnte ich mir mittlerweile schon ansehen). Mich freut es auch sehr, dass die Jungs nun wieder zwei sehr engagierte, und, dem ersten/zweiten Eindruck nach, kompetente Trainer gekriegt haben, die sie auf ihrem Weg weiterhin begleiten werden. Leider werden sich irgendwann die Wege aller einmal trennen (da ist m.M.n.  noch eine große Lücke beim LASK – Thema <Auffangbecken>), doch hoffe ich dann, dass die Burschen auch für’s Leben dazugelernt haben.
 
Dir und dem ganzen Team von seit1908.at danke ich recht herzlich für die sehr angenehmen Gespräche, das unbezahlbare Engagement das ihr aufbringt und auch für die Weitergabe des LASK-Virus, der auch mich infiziert hat J.
 
Sollte es deine/eure Zeit mal irgendwann erlauben, so würde ich euch natürlich auch sehr gerne im wunderschönen Wartberg zu einem Match einladen. Neben dem Sportverein und der typisch-mühlviertlerischen Feuerwehr haben wir auch tolle, sehr stressfreie Wanderwege in der sehr idyllischen Aist-Region ;).
 
LG aus Wartberg, Tragwein und Mauthausen (ABC)
 
Manuel 

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